Baumbrut laut Experten in der Region selten

Störche nisten erstmals in der Karlsaue in Kassel

Lassen sich gut beobachten: die beiden Störche, die sich in der Karlsaue niedergelassen haben.
+
Lassen sich gut beobachten: die beiden Störche, die sich in der Karlsaue niedergelassen haben.

Seit einigen Wochen nistet in der Karlsaue in Kassel ein Storchenpaar. Das erste Mal seit langem – vielleicht sogar überhaupt.

Kassel – Dass in der Kasseler Karlsaue schon mal ein Storchenpaar gebrütet hat, daran können sich weder Storchexperten noch langjährige Mitarbeiter der Museumslandschaft Hessen Kassel erinnern. „In den vergangenen zwanzig Jahren ist uns das nicht bekannt“, sagt Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel. Dass die Tiere noch dazu ihr Nest in einem Baum bauen, ist nahezu eine Seltenheit geworden.

Viele Spaziergänger beobachten fasziniert, wie die Störche in den vergangenen Tagen immer mehr Nistmaterial herangeschafft haben. „Ist das nicht toll“, sagt eine Frau und schaut fasziniert nach oben, als der Storch auf dem Baum landet.

Dieter Werner, der seit 1976 beim Nabu in Lohfelden und beim Arbeitskreis Umwelt- und Naturschutz ist, war auf jeden Fall überrascht, als er erfahren hat, dass die beiden Störche ihr Nest in einer Buche in der Karlsaue unweit der Insel Siebenbergen bauen. Seitdem viele Wälder von Menschen gerodet worden sind, hat der Storch bevorzugt auf Dächern oder Schornsteinen sein Nest gebaut. Auch im Altkreis, wo die Tiere in Espenau, Lohfelden und Niestetal brüten, nutzen die Tiere die künstlichen Nisthilfen.

„Wir haben die beiden Störche erstmals im April am Aueteich beobachtet“, sagt Lena Pralle. Ob möglicherweise schon Eier im Nest liegen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Anders als im Landkreis gibt es in der Aue keine Beobachtungsposten, von denen man aus das Nest entsprechend beobachten kann. Dieter Werner rechnet aber noch nicht mit Eiern. So lange die Tiere noch Nistmaterial herantragen, gebe es diese meist nicht.

Trägt Nistmaterial heran: einer der Störche auf dem Weg zum Nest unweit des Aueteichs in der Karlsaue.

Experten sagen, dass es ein gutes Storchenjahr ist, wenn es keine zu krassen Wetterextreme gibt. Ob den Tieren das kühle Wetter etwas ausmacht? So lange sie brüten, eher nicht, erklärt Dieter Werner. Erst wenn die Küken schlüpfen, sei zu viel Regen gefährlich, weil ihr flaumartiges Gefieder das Wasser noch nicht abhalten kann.

Bis man erkennen kann, ob Nachwuchs aus dem Storchennest schaut, wird es also noch ein bisschen dauern. Gebrütet wird in etwa 33 bis 34 Tage. Die Brut sollte möglichst früh stattfinden, weil, die Jungtiere früher als die Erwachsenen Richtung Süden fliegen.

Unterscheiden kann man die männliche und weibliche Störche in der Luft nicht ganz leicht. Am einfachsten ist es, wenn die Tiere nebeneinandersitzen, weil das Weibchen deutlich kleiner ist, erklärt Dieter Werner. (Kathrin Meyer)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.