Tigerentenrennen

10.823 Enten schwammen auf der Fulda um die Wette

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Kassel. Die Gewinnerin ist schwarz-gelb und hat grüne Rollen: Mehrere tausend Menschen warteten gespannt am Nachmittag am Ufer der Regattawiese, um zu sehen, welche Tigerente in diesem Jahr das beliebte Rennen am Himmelfahrtstag auf der Fulda gewinnt.

Da aber alle 10.823 Enten gleich aussehen, werden die Gewinner erst später erfahren, ob ihre Ente zum Beispiel den ersten Preis erschwommen hat: Das ist eine Reise nach Taiwan im Wert von 5000 Euro. Auch die Gewinner der vielen anderen Preise können sich erst später freuen.

Update

Gewonnen hat die Ente mit der Nummer 4156. Hier geht es zur Siegerliste.

Ute Wienkamp vom Kasseler Verein Soziale Hilfe war bereits vor dem Start bester Laune. "Wir haben Kaiserwetter und die Leute adoptieren wie verrückt." Wienkamp ist Projektleiterin des Rennens und begleitet es von Anfang an, also seit 13 Jahren. "Ich bin der größte Fan dieser Veranstaltung", sagt Wienkamp über das Tigerentenrennen. "Die Menschen haben Spaß und kaufen Lose, indem sie Enten adoptieren. Jede Ente hilft."

Mit dem Geld finanziert der Verein Soziale Hilfe wohnungslose und arme Menschen sowie Haftentlassene. In der Tagesaufenthaltsstätte Panama wird zum Beispiel Mittagessen angeboten.

"Unser Ziel ist es, diese Menschen, die Hilfe benötigen, in die Mitte zu holen", sagt Wienkamp. Das hat der Verein auch mit der Ausstellung "Ich bin ich" bei der 13. Auflage des Tigerentenrennens getan. Der Fotograf Marc Kluckert hat Portraitaufnahmen von wohnungslosen Menschen gemacht. Aufrichtig und ungeschönt. Von Menschen, die ins Panama gehen, die man aber auch jeden Tag in der Stadt treffen könnte. Zum Beispiel von Rainer D. (55), der trotz Arbeit keine Wohnung findet, oder von Helmut (52), der mit seinem Rucksack seit 20 Jahren durch Deutschland reist und immer mal wieder gern das Panama besucht.

Marjann Wetzel aus Calden war am Donnerstag zum ersten Mal mit ihren Kindern beim Tigerentenrennen. "Das ist für Kinder sehr schön hier", sagte sie. Natürlich hatte sie auch drei Enten adoptiert.

Die schwarz-gelben Wasservögel mussten sich in diesem Jahr übrigens besonders anstrengen. Denn bei ihrem Rennen auf der Fulda hatten sie nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen starken Gegenwind zu kämpfen.

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