„Spiele für Viele“

Überflieger im Auestadion: Sportfest wirbt für Inklusion

+
Meisterhaft: Der elfjährige Hans Pflüger war für die Martial Arts Academy im Auestadion. Der Junge aus Kaufungen ist im Taekwondo in seiner Gewichtsklasse Deutscher Meister. Hier zeigt er einen gesprungenen Yop-Chagi gegen einen Dummy.

Kassel. Bislang gilt meist eine strikte Trennung: Es gibt Sportarten für Menschen mit Behinderung und solche für Menschen ohne Behinderung. Beim Sportfest „Spiele für Viele“ wurde am Sonntag im Auestadion diese Einteilung aufgebrochen.

Mehrere hundert Menschen mit und ohne Handicap probierten verschiedene Sportarten aus und kamen in Kontakt mit Vereinen aus Stadt und Landkreis Kassel.

Seit seiner Geburt ist Sebastian Staub auf einen Rollstuhl angewiesen. Der 20-Jährige war am Sonntag im Auestadion, um den „Fußgängern“ – wie Rollstuhlfahrer sagen – den Blick für das Leben auf Rädern zu öffnen. Der achtjährige Felix aus Schauenburg war einer der Besucher, die sich testweise in einen Rollstuhl setzten. Gemeinsam mit Sebastian Staub, der bei der Kasseler Firma Movimento Orthopädie und Rehatechnik eine Ausbildung macht, absolvierte er einen Parkour. Es brauchte etwas Übung, um Bordsteine, Rampen und einen Slalom zu bewältigen.

Neue Erfahrung sammeln: Der achtjährige Felix (li.) probiert das Rollstuhlfahren aus. Rollstuhlfahrer Sebastian Staub hilft dabei.

Aber nicht nur in Alltagssituationen war der Rollstuhl erfahrbar. So präsentierten sich mehrere Rollstuhlsportarten wie Rollstuhlbasketball und Rollstuhltennis. Im Kasseler Skatepark Kesselschmiede werde jeden ersten Sonntag im Monat Rollstuhlskaten angeboten, sagt Patrick Krause vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband. Der Rollstuhl sei ein Sportgerät geworden, das auch von Menschen genutzt werde, die Laufen können. „Wir beobachten das etwa bei Geschwistern von Rollstuhlfahrern. Das ist gelebte Inklusion“, sagt Krause.

Auch Ronny Blume steht für eine Sportart, die mit und ohne Behinderung betrieben werden kann: Das Blasrohrschießen wird in Kassel von der BSG 1951 angeboten.

Aber auch viele klassische Sportarten wurden im Auestadion von den Vereinen vorgestellt: Die Palette reichte von Fußball über Tischtennis, Bogenschießen und Reiten bis hin zu Taekwondo, Klettern und Minigolf. Und in einem kleinen Becken konnten zwei Kanus des Kanu-Sport-Kassel ausprobiert werden.

Veranstalter des Sportfestes waren das Inklusionsprojekt „Gemeinsam in Bewegung“ (GiB) und der Sportkreis Region Kassel. www.gib-regionkassel.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.