Altglas-Recycling

Scherbenhaufen und überfüllte Glascontainer sorgen für Frust

Glasmüll und ein überfüllter Flaschencontainer am Philosophenweg in Kassel
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Glasmüll am Philosophenweg: Die Überfüllung der Container und der herumliegende Scherbenberg seien dort ein Dauerzustand, klagt Anwohner Gregor Czisch.

Immer Ärger mit überfüllten Altglascontainern: Ein Kasseler klagt, dass telefonische Hinweise an die zuständige Abfuhrfirma nichts nützen.

Für die Abfuhr des Altglases ist in Kassel die Firma Remondis zuständig. Deren Servicenummer 0800/ 11 55 999 klebt auf jedem Behälter, damit sollen Anwohner Leerungsbedarf melden. Frustrierend ist es für Nutzer, wenn trotz mehrerer Anrufe wochenlang nichts passiert.

So berichtet es HNA-Leser Gregor Czisch aus dem Philosophenweg. Er spricht von „monatelangem Glas-Chaos“ um die dortigen Behälter und dass das Scherbenmeer auf dem Gehsteig dort ein besonderes Risiko sei, da dort viele Schul- und Kindergartenkinder unterwegs seien.

Immer wieder habe er angerufen, immer sei ihm freundlich versichert worden, dass man sich kümmere, sagt Czisch. Zuletzt sei wieder eine Woche ohne Abhilfe verstrichen. Hinzu komme zu dem ärgerlichen Zustand, dass man als Anwohner keine neuen Altglasmengen loswerden könne.

Die gesamte in Kassel gesammelte Altglasmenge sei von jährlich 4100 Tonnen im Jahr 2019 auf zuletzt 4300 Tonnen gestiegen, teilte Stadtreiniger-Sprecherin Birgit Knebel mit. Sie verweist auf die Zuständigkeit der Firma Remondis, die vorerst noch bis Jahresende den Abfuhr-Auftrag in Kassel hat.

Ungeachtet dessen gingen regelmäßig auch Beschwerden über volle Container bei den Stadtreinigern ein. Seit der Einführung größerer Behälter im Jahr 2018 hätten diese deutlich nachgelassen, doch mit den Lockerungen der Pandemievorgaben und den sommerlichen Temperaturen sei wieder häufiger Kritik zu hören.

Laut den Vorgaben des Abfuhr-Auftrags, so Knebel, müsse Remondis die Container an 325 städtischen Standorten mindestens 14-tägig leeren, dies aber flexibel dem Altglas-Aufkommen anpassen. Somit könnten auch „deutlich kürzere Leerungsintervalle, gegebenenfalls auch eine tägliche Leerung“ erforderlich werden.

Wie oft tatsächlich geleert wird und an welchen Standorten es regelmäßig Probleme gibt, dazu hat sich Remondis auf HNA-Anfrage bisher nicht geäußert. Die Stadtreiniger haben laut ihrer Sprecherin im Juni bislang sechs Fälle von Container-Überfüllung an Remondis selbst gemeldet oder weitergegeben.

In solchen Fällen gelte, dass die Abfuhrfirma 72 Stunden Zeit hat, um aktiv zu werden – andernfalls sorgen die Stadtreiniger selbst für Ordnung und stellen Remondis dies dann in Rechnung. Dieses Instrument der sogenannten Ersatzvornahme sei im laufenden Jahr bisher noch nicht angewendet worden, sagt Knebel. In der Regel werde die Leerungsfrist eingehalten. (Axel Schwarz)

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