So wird bewertet

Das macht den Vogel zum Star: Größte Vogelschau in Kassel

Prachtexemplare: Die Pfirsichköpfchen sind Zwergpapageien aus der Gattung der Agaporniden (Unzertrennlichen) und besonders schön gefärbt.

Kassel. In den Kasseler Messehallen dreht sich am Wochenende alles ums Gefieder: 10.000 Vögel, vom kleinen Finken bis zum Großpagapei, stellten sich der Schönheitskonkurrenz.

Bunt geringelt oder getupft, mit langen oder kurzen Schwanzfedern, krummem oder geradem Schnabel: 10.000 Vögel, vom kleinen Finken bis zum Großpagapei, stellten sich am Wochenende in den Messehallen der Schönheitskonkurrenz.

Bernhard Schuster

Worauf die Preisrichter bei ihrer Bewertung achten, erklärt Bernhard Schuster, Vize-Präsident der bundesweit 18.000 Mitglieder zählenden Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht, die Deutschlands größte Vogelschau organisiert hatte. Der 59-jährige Polizeibeamte ist langjähriger Vogelzüchter und Preisrichter für Exoten. Die ersten drei Punkte fallen bei der Bewertung am meisten ins Gewicht:

1) Der Vogel muss der Wildform entsprechen und eine gute Figur machen, das heißt die Proportionen müssen stimmen. Er darf nicht unförmig sein, zum Beispiel eine zu stark ausgeprägte Brust haben. Bei Spielarten der Wildform werden einheitliche Bewertungsstandards wie Farben vom Verband festgelegt.

2) Die Größe muss der Wildform entsprechen.

3) Die Haltung muss stimmen. Ist der Vogel größer, sitzt er anders oder liegt eher. Alle Vögel müssen bei der Bewertung auf einer Stange sitzen.

Hinweis:

Die Vogelschau in den Messehallen hat am Sonntag von 9 bis 15 Uhr geöffnet.

4) Farbe und Zeichnung müssen dem entsprechen, wie die Wildform ursprünglich beschrieben wurde. Spielarten können nach festgelegten Standards variieren. Beim Zebrafinken zum Beispiel gibt es über 1000 Spielarten. Die Zwergpapageien in unserem Beispiel haben eine schön ausgeprägte Zeichnung. Die Stirn ist kräftig rot, der Augenring weiß, der Übergang mit gelborange und orange zum grünen Bauch gelungen, die schwarzen Spitzen der Schwungfedern sind weiß gerändert, das Bürzelgefieder an der Rückenpartie ist blau gefärbt.

5) Bewertet wird auch, ob das Gefieder komplett ist oder Mängel aufweist, etwa durch die Mauser. Wer als Züchter trickst und Federn anklebt, fliegt raus. Auch das Verhalten spielt eine Rolle. Der Vogel darf nicht sehr unruhig sein.

Bundesvogelschau in den Kasseler Messehallen

6) Schnabel, Füße und Krallen dürfen keine Mängel aufweisen. Der Schnabel darf nicht rissig sein, es dürfen keine Krallen fehlen, und die Füße müssen in gutem Zustand sein.

7) Die Vögel, die in der Ausstellung gezeigt werden, müssen alle einen Verbandsring mit der Züchternummer tragen, um Manipulationen auszuschließen.

Von Ellen Schwaab

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