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Zweite Hand ist für alle gut: Caritas eröffnet Second-Hand-Laden

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Von: Katja Rudolph

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Die Caritas bündelt unter dem Motto „Cari-On“ ihre Fahrradwerkstatt und ein neues Second-Hand-Angebot in der Südstadt.

Südstadt – Wo einst im Kinderkrankenhaus Park Schönfeld die OP-Säle waren, ist nun die Operation „Teilhabe und Nachhaltigkeit“ angelaufen. Der Caritasverband in Kassel hat auf dem Gelände an der Frankfurter Straße einen Second-Hand-Laden eröffnet. In den Räumen im rückwärtigen Teil des früheren Klinikkomplexes ist außerdem die Fahrradwerkstatt der Caritas eingezogen. Beide Angebote stehen ab sofort allen Menschen offen.

Bei der Weitergabe gebrauchter Kleidung sowie der Wiederaufbereitung von Fahrrädern stehe nicht nur der soziale Gedanke im Vordergrund, sagt Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies. Es gehe auch um einen bewussten Umgang mit Ressourcen – entgegen den Gewohnheiten unserer Wegwerfgesellschaft.

Die Fahrradwerkstatt war 2015 im Zuge der hohen Zuwanderungszahlen an der damaligen Flüchtlingsunterkunft Park Schönfeld eingerichtet worden. Seither werden dort gespendete Fahrräder in gemeinsamer Arbeit durchgecheckt und gegebenenfalls repariert, bevor sie gegen eine Spende weitergegeben werden. „Cari-Rad“ heißt das Angebot nun im neuen Rahmen zusammen mit „Cari-Klamotte“.

Für Geflüchtete hatte die Caritas seinerzeit auch eine Kleiderkammer aufgebaut, die sich bis 2019 in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Nordstadt befand. Nun gibt es mit „Cari-Klamotte“ ein neues Second-Hand-Angebot, das sich bewusst an alle richtet. Vom Baby-Strampler über Jeans bis zur Winterjacke gibt es dort gut erhaltene gebrauchte Kleidung. Sogar ein Brautkleid wartet auf einen zweiten Einsatz.

Die Preise betragen 2 bis 10 Euro, Winterjacken oder besonders hochwertige Teile können auch mehr kosten. Menschen, die Sozialleistungen erhalten, bekommen 50 Prozent Preisnachlass. Man habe sich bewusst gegen eine kostenlose Abgabe entschieden, damit die Menschen wirklich nur das mitnehmen, was sie wirklich brauchen, sagt Alexander Ponelies. Mitarbeiterin Susanne Schellhase, die das Second-Hand-Angebot betreut, freut sich noch über ehrenamtliche Verstärkung. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto mehr können die Öffnungszeiten der Ausgabestelle ausgeweitet werden. Auch in einer Nähwerkstatt engagieren sich schon einige Freiwillige. Aus überschüssigen Stoffen haben sie etwa Bettwäsche angefertigt, die nun in den Regalen wartet. Wer Spaß an Handarbeit hat, kann mit einsteigen.

Ziel sei, über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg gemeinsam für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein aktiv zu werden, sagt Patricia Deisel, Mitarbeiterin von „Wir jungen Alten“. Bei den jungen Alten, deren Haus nur wenige Schritt entfernt an der Frankfurter Straße liegt, gibt es bereits eine Holzwerkstatt, in der unter anderem aus Sperrmüll neue schöne und nützliche Dinge entstehen. Das Projekt „Cari-On“ mit Fahrradwerkstatt und Second-Hand-Laden wird von der Lotterie Glücksspirale mit knapp 61.000 Euro gefördert. (Katja Rudolph)

Cari-Klamotte, Frankfurter Straße 167, geöffnet Mi. und Do. 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr, Fr. 9 bis 13 Uhr; Annahme: Montag von 15 bis 18 Uhr. Kontakt: 0160/97461796. Cari-Rad Fahrradwerkstatt: Öffnungszeiten derzeit nach Vereinbarung, Kontakt: fahrradwerkstatt@caritas-ks.de

Patricia Deisel (Wir jungen Alten) und Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies im Second-Hand-Laden „Cari-Klamotte“.
Ökologisch und sozial: Patricia Deisel (Wir jungen Alten) und Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies im Second-Hand-Laden „Cari-Klamotte“. © Katja Rudolph

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