Der in der Türkei bekannte Ömür Akkor kochte

Food-Festival im Nordstadtpark: Süßspeise vom Starkoch

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Kochen mit dem Starkoch: (von links) Meryem Akkus, Ikra, Melike, Atilla Yilan und Delaal schauten zu, wie Ömür Akkor eine türkische Süßspeise zubereitete.

Kassel. In der Türkei hat er einen ähnlichen Stellenwert wie bei uns Johann Lafer: Ömür Akkor ist ein Starkoch mit einer eigenen Show im türkischen Fernsehen. „600 Sendungen habe ich schon gemacht“, erzählt der 35-Jährige, der aus Kilis, einer Stadt im Osten der Türkei, stammt.

Am Samstag konnte man den Starkoch, dessen Bücher nicht nur in der Türkei, sondern auch in den USA, Frankreich, Spanien und Deutschland Absatz finden, nicht im Fernsehen, sondern live erleben. Akkor veranstaltete im Nordstadtpark eine Kochshow. Er bereitete die türkische Süßspeise Cennet (aus einem Teig mit Pistazien) zu.

Sein Auftritt ist ein Höhepunkt des ersten internationalen Food-Festivals gewesen, das das Rumi-Kulturzentrum im Nordstadtpark veranstaltet hat. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Begegnungen der westlichen und der östlichen Kultur zu fördern.

Viele hundert Menschen unterschiedlicher Herkunft sahen Akkor nicht nur beim Kochen zu, sondern probierten auch die vielen Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern: Die Besucher hatten die Qual der Wahl zwischen türkischen, afghanischen oder auch bosnischen Spezialitäten.

Was macht die türkische Küche aus? „Wir benutzen mehr Gewürze als die Köche in Westeuropa“, sagt Akkor. In ein türkisches Gericht kämen etwa zehn bis zwölf. Türkische Gerichte würden in der Regel auch länger gekocht. Das Fleischgericht Büryan werde zum Beispiel 24 Stunden in einem Holzofen gegrillt.

Wie im Sultanspalast: Die Kapelle Mehteran aus Bielefeld sorgte für orientalische Klänge im Nordstadtpark.

Der 35-Jährige erzählt, dass er das Kochen von seinem Vater gelernt hat. „Mit fünf habe ich ihm geholfen, mit zehn Jahren habe ich schon selbst Kebab gemacht.“ Ökkur räumt mit dem Vorurteil auf, dass in der Türkei die Männer nicht kochen. „Fleischgerichte und Salate sind bei uns Sache der Männer. Im Südosten der Türkei ist es zudem Tradition, dass der Mann sonntags kocht.“

Der Koch, dessen Buch „Anatolische Küche“ von Gourmand International als bestes kulinarisches Geschichtsbuch ausgezeichnet worden ist, hat derzeit kein eigenes Restaurant. Er sei weltweit unterwegs und berate Restaurants und Hotels, erzählt Akkor. Nächste Woche Dienstag nimmt er zudem einen Preis in China entgegen, wo er ein Kochbuch für Blinde geschrieben habe.

Ein viel beschäftigter Mann: Atilla Yilan, Vorsitzender des Rumi-Kulturzentrums, hatte den Koch schon vor einem halben Jahr gebucht. Für Musik sorgte die Kapelle Mehteran aus Bielefeld und schuf Flair wie in 1001-Nacht.

Die Musiker, Veranstalter und Gäste hatten aber nicht nur das Feiern im Sinn. Mit einem Trauerflor gedachten sie der vielen Toten, die bei dem Bergwerksunglück in Soma ums Leben gekommen sind. (use)

Das Food-Festival im Nordstadtpark findet auch am Sonntag, 10 bis 20 Uhr, statt.

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