Neuer Discounter in Süsterfeld

Riesenandrang bei Aldi-Neueröffnung in Kassel: Geduldsprobe für die Kunden

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Lange Schlangen: Wer am Mittwoch im neuen Aldi einkaufen wollte, brauchte viel Geduld. 

Kassel. Keine Einkaufswagen, übervolle Gänge und lange Schlangen an der Kasse: Bei der Neueröffnung des Aldi-Markts in der Leuschnerstraße ging am Mittwoch zeitweise nichts mehr.

10 Uhr, neuer Aldi-Markt an der Leuschnerstraße in Süsterfeld: Nur mit Mühe und viel Geduld ergattere ich einen der gut 80 Parkplätze. Vor dem Eingang Luftballon-Girlanden in den Firmenfarben blau und weiß zur Neueröffnung. Am Stand fürs Gewinnspiel, bei dem neben anderem einen 500-Euro-Einkaufsgutschein verlost wird, dichtes Gedränge. Ebenso ein Stück weiter, wo es Gratis-Waffeln am Stiel gibt. Einkaufswagen? Fehlanzeige. Alle vergriffen.

Im Innern: der Wahnsinn. In einigen Gängen kein Durchkommen. Die Kunden laden zentnerweise Waren in ihre Wagen, als sei der Notstand ausgebrochen, als gäbe es kein Morgen. Dabei halten sich die Eröffnungsangebote in überschaubaren Grenzen. Vor den drei – zumindest für den Eröffnungstag – völlig überlasteten Kassen riesige Schlangen bis ganz nach hinten. Ein junger Mann, der nur ein paar Kleinigkeiten eingekauft hat und in regelmäßigen Abständen auf seine Armbanduhr schaut, stöhnt: „Ich stehe schon seit 20 Minuten an“, Und vor ihm warten noch zehn andere Kunden.

„Das ist schon mehr als bei anderen Neueröffnungen“, bestätigt der für Kassel und Umland zuständige Regionalverkaufsleiter Dirk Sauer. Und dessen Kollegin, Natalia Urbach, die eigens zur Verstärkung angereist ist, erklärt: „Der Andrang ist tatsächlich noch größer als erwartet“.

Freuen sich über den neuen Markt an der Leuschnerstraße : Peter und Alma Ackermann aus Niederzwehren.

Die Kassiererinnen haben alle Hände voll zu tun, kaum Zeit zu verschnaufen, weswegen sie in kurzen Abständen ausgewechselt werden. Immerhin: Die Technik funktioniert einwandfrei. Derweil schrillt nahezu ununterbrochen die Alarmglocke des Leergutautomaten. Kaum haben ihn die Mitarbeiter entleert, ist er schon wieder voll.

Für derart großen Andrang ist auch das neue Filialkonzept des Lebensmittel-Discounters nicht gewappnet. Modernes Design und hochwertige Materialien wie Glas, Edelstahl und Naturstein, breite, helle Gänge, eine neue Farbgestaltung und Lichtarchitektur. Dazu fein säuberlich in die Regale gestapelte Ware, ein wesentlich besseres Frische-Angebot bei Obst und Gemüse, Backwaren, Fleisch und Fisch, eine größere Auswahl bei Weinen und Tierfutter. Zudem ein modernes Energie-Management, mehr und großzügigere Parkplätze – das ist das neue Filialkonzept, mit dem Aldi verloren gegangene Kundschaft zurückgewinnen will. Denn das Auge kauft auch im Preiswertsegment mit, und Komfort ist längst auch in der Discount-Zone Pflicht. Das Billigheimer-Image soll bald der Vergangenheit angehören, wenn alle 2300 Aldi-Nord-Filialen das neue, uniforme Outfit bekommen haben. 700 wurden bereits erneuert.

Präsentierten die neue Obst- und Gemüse-Abteilung (von links): Regionalverkaufsleiter Dirk Sauer, Christoph Riemann, Siegfried Gaber-Grunwald und Aldi-Filialleiter Dan-Robert Zeder. 

Alma und Peter Ackermann aus Niederzwehren jedenfalls gefällt das neue Konzept gut. Mit einem übervollen Einkaufswagen steuern sie auf ihren Pkw zu. „Modern und einladend, mit einer tollen Farbgebung und sehr aufgeräumter Anmutung“, lautet das Urteil des Rentners. Und ganz wichtig auch: die breiten, komfortablen Parkplätze. „Die alten waren viel zu eng“, so Ackermann.

Auch die Filiale in der Leuschnerstraße war in die Jahre gekommen und überdies viel zu klein für das neue Konzept. Also entschloss sich der Einzelhandelsriese zum Neubau. Um die Kundschaft zu halten, entstand auf dem Gelände des gegenüber liegenden Magazinhofs für die Dauer von neun Monaten ein Zeltprovisorium, das jetzt wieder zurückgebaut wird.

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