Neuerer Rewe-Standort expandiert

Zwei Rewe-Märkte nur 200 Meter auseinander: Anwohner fürchten Schließung des kleineren

Zukunft ungewiss: Der RuK-Markt an der Leuschnerstraße 99. Ende 2017 läuft der Mietvertrag mit Rewe aus.“ Fotos: Konrad

Süsterfeld-Helleböhn. Wird der Rewe-Markt (RuK Markt) an der Leuschnerstraße in Höhe der Meißnerstraße Ende kommenden Jahres schließen?

Das befürchten Ortsbeirat und Bürger im Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn. Der Grund: Der zweite, modernere Rewe-Markt in dem Stadtteil will nur 200 Meter weiter an der Leuschnerstraße/Ecke Eugen-Richter-Straße expandieren.

Geplant ist ein Neubau auf dem ehemals städtischen Grundstück neben dem jetzigen Markt unterhalb des Olof-Palme-Hauses. Der Markt soll mit einer Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern doppelt so groß werden wie der jetzige. Architekt Bernd Stiebing (Kirchheim) stellte die Pläne (Artikel unten) nach der zweiten Offenlegung des Bebauungsplans jetzt noch einmal dem Ortsbeirat vor.

Bereits bei der ersten Vorstellung 2012 hatte der Ortsbeirat auf die Erhaltung des seit 20 Jahren bestehenden zweiten Rewe-Marktes an der Leuschnerstraße 99 gedrungen. „Vor allem für die Menschen der Helleböhn-Siedlung und der Documenta Urbana hat der Markt eine hohe Bedeutung als wohnortnahe Einkaufsmöglichkeit“, sagte Wolfgang Schwieder (SPD). Dies bekräftigte auch Regina Nebelung (CDU). Hunderte von Haushalten seien betroffen. Vor allem die meist älteren Bewohner der Hochhäuser rund um den RuK-Markt müssten nach der Schließung längere Wege in Kauf nehmen.

Das Grundstück: Auf diesem Gelände soll der neue Rewe-Markt entstehen.

Dafür, dass Rewe den alten Markt nach der Erweiterung des neuen aufgibt, spricht die Tatsache, dass die Immobilie bereits im Internet von einer Baunataler Maklerin als „Einzelfläche in gesuchter Lage“ zur Vermietung angeboten wird. Der Mietvertrag mit Rewe läuft Ende 2017 aus.

Auf Anfrage der HNA teilte die Rewe Markt GmbH mit, dass die Erweiterung und Modernisierung des Marktes unabhängig von dem alten Rewe-Standort (RuK Markt) an der Leuschnerstraße 99 zu betrachten sei.

Ortsvorsteher Helmut Alex (SPD) wie auch die anderen Mitglieder des Ortsbeirats befürchten, dass der RuK-Markt schließt, wenn sich Rewe dort zurückzieht. Möglicherweise könne die Erweiterung auch Folgen für weitere Geschäfte, etwa am Rhönplatz haben. Dort gibt es ebenfalls einen kleinen Supermarkt. „Der Anteil älterer Menschen wird in Zukunft steigen, so dass eine wohnortnahe Versorgung immer wichtiger wird“, sagte Schwieder.

Das Planungsverfahren für die Erweiterung ist laut Jochen Scharf vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz so gut wie abgeschlossen. Am 12. Dezember wird die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich den Satzungsbeschluss fassen. Damit wäre das Verfahren formal abgeschlossen. Der Ortsbeirat will erst in der nächsten Sitzung am 24. November sein Votum zu dem Bebauungsplan abgeben, weil seine Mitglieder die Unterlagen zu kurzfristig erhalten hatten. In einem Beschluss formulierte das Gremium, die Stavo solle ihre Entscheidung nicht ohne das Votum des Ortsbeirats treffen.

Rewe verdoppelt Verkaufsfläche

Die Rewe Markt GmbH plant unterhalb des Olof-Palme-Hauses direkt anschließend an den jetzigen Rewe-Markt einen Neubau mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche (siehe Grafik). Das Grundstück hatte Rewe von der Stadt gekauft. In den jetzigen 800 Quadratmeter großen Markt zieht der Rewe-Getränkemarkt ein.

Der Anlieferungsbereich liegt aus Lärmschutzgründen zwischen den beiden Märkten. Im jetzigen Getränkemarkt mit einer Verkaufsfläche von 750 Quadratmetern eröffnet die Drogeriekette Rossmann eine neue Filiale. Die Spielhalle solle erhalten bleiben. Die Pläne stellte Architekt Bernd Stiebing im Ortsbeirat Süsterfeld-Helleböhn vor.

Im Eingangsbereich des neuen Rewe-Marktes soll es eine Bäckerei mit Sitzbereich geben. Außerdem erhält der Markt eine behindertengerechte Toilette. Weitere Parkplätze entstehen auf dem jetzigen Privatgelände an der Leuschnerstraße, das Rewe gekauft hat, direkt anschließend an den jetzigen Parkplatz. Von der Straße aus wird es dort auch einen Fußweg zum Parkplatzgelände geben. Außerdem ist ein Fußweg um den neuen Markt herum vom Glöcknerpfad aus zum Parkplatz und Eingangsbereich geplant.

Laut Ortsbeirat war bei der ersten Vorstellung des Projekts eine Pflasterung der Parkplätze am Olof-Palme-Haus im Zuge der Erweiterung zugesagt worden. Das ist laut Stiebing nicht geplant. Allerdings können Besucher des Stadtteilzentrums die Parkplätze des Rewe-Marktes außerhalb der Öffnungszeiten benutzen. Von dort sind zwei Durchgänge für Fußgänger zum Gelände des Olof-Palme-Hauses vorgesehen. Der Neubau wird laut Stiebing ein gering geneigtes Flachdach erhalten, eine rote Fassade mit viel Glas und einen großzügigen Eingangsbereich. Zwischen Super- und Getränke-Markt wird es keinen direkten Durchgang geben

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