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Alte Jordan-Halle ist nun Notunterkunft für Flüchtlinge

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Von: Bastian Ludwig

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Packten mit an: Freiwillige unterschiedlichster Hilfsorganisationen haben am Freitag aus einer alten Jordan-Halle eine Notunterkunft gemacht.
Packten mit an: Freiwillige unterschiedlichster Hilfsorganisationen haben am Freitag aus einer alten Jordan-Halle eine Notunterkunft gemacht. © Bastian Ludwig

Jetzt musste alles schnell gehen. Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) hatte den Katastrophenschutzbefehl ausgerufen und so wurden am Freitag 65 Freiwillige von ihren Arbeitgebern freigestellt, um in einer Halle des ehemaligen Jordan-Areals an der Eugen-Richter-Straße eine Notunterkunft für ukrainische Flüchtlinge aufzubauen.

Süsterfeld-Helleböhn – Weil bereits gestern Abend möglicherweise der erste Bus mit Flüchtlingen anrollen sollte, wurde innerhalb eines Tages eine provisorische Infrastruktur eingerichtet.

Eigentlich hätte die ehemalige Halle des Holzhändlers Jordan demnächst für ein Wohnbauprojekt der GWH abgerissen werden sollen. Nun war die Stadt froh, dass die 2000 Quadratmeter große Halle kurzfristig zur Verfügung stand. „Wir haben schon jetzt mehr als 1000 Flüchtlinge in der Stadt und rechnen mittlerweile mit bis zu 4000“, sagte Geselle.

Die eingerichteten Unterkünfte im Rathaus und im ehemaligen Fröbelseminar in Wilhelmshöhe seien bereits voll belegt.

Damit die Flüchtlinge für die erste Zeit ein Dach über den Kopf haben, war einiges an Arbeit und Logistik nötig. Heizung, Strom und Wasser waren mit Blick auf den Abriss schon abgestellt und so musste die Versorgung zunächst wieder hergestellt werden. 300 Feldbetten und Dutzende Bierzeltgarnituren wurden aufgebaut und im Außenbereich gibt es Container mit Duschen, Toiletten und Kühlmöglichkeiten.

Zudem wurde die Halle gereinigt und Gefahrenstellen beseitigt. So wurden etwa aus dem Boden herausstehende Schrauben abgeflext. „Wir rechnen mit vielen Müttern mit Kindern und wollen nicht, dass sich jemand verletzt. Das ist hier natürlich kein Komfort, aber viel besser als Zelte“, so Geselle.

Aufgrund der knappen Zeit sei es nicht möglich gewesen, in der Jordan-Halle Holzkabinen für mehr Privatsphäre zu errichten.

Sorgten für Sicherheit: Markus Wolf (links) und Mladen Raukovic vom ASB flexten hochstehende Schrauben ab.
Sorgten für Sicherheit: Markus Wolf (links) und Mladen Raukovic vom ASB flexten hochstehende Schrauben ab. © Bastian Ludwig

Dies werde aber noch nachgeholt, sagt der Oberbürgermeister. In den Messehallen, wo ebenfalls am Wochenende eine Notunterkunft mit 300 Plätzen entsteht, werden die vier mal vier Meter großen Kabinen für bis zu drei bis vier Personen bereits zu Beginn eingerichtet.

Damit der Aufbau in der knappen Zeit gelingt, packen alle Rettungsorganisationen mit an: Sieben Freiwillige Feuerwehren, DRK, ASB, Johanniter, Malteser, THW und DLRG waren am Freitag vor Ort.

Ärztliche Betreuung, Sozialberatung, mobile Kinderbetreuung, eine Kantine mit drei Mahlzeiten und vieles mehr gehören zum Angebot in der Notunterkunft, das in kürzester Zeit auf die Beine gestellt werden musste. „Mittelfristig sollen die Flüchtlinge von den Notunterkünften in reguläre Wohnungen vermittelt werden. Das braucht aber Zeit. Diese Zeit gewinnen wir mit diesen Unterkünften“, sagt Geselle. Der Oberbürgermeister dankt allen Helfern, Unterstützern und Freiwilligen für ihr Engagement und ihre hohe Motivation. Dies zu sehen, mache Mut. (Bastian Ludwig)

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