Drei Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Süsterfeld-Helleböhn: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Wichtiges Projekt für alle Parteien: Auf dem Jordan-Gelände wird Wohnraum entstehen.
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Wichtiges Projekt für alle Parteien: Auf dem Jordan-Gelände wird Wohnraum entstehen.

Bei den Kommunalwahlen entscheiden die Wähler auch über die Zusammensetzung der Ortsbeiräte. Wir stellen Themen in den 23 Stadtteilen vor. Diesmal: Süsterfeld-Helleböhn.

Süsterfeld-Helleböhn – Der Name täuscht. Der Stadtteil hat nicht zwei, sondern eigentlich vier Gesichter. Zum einen Süsterfeld mit seinen Einfamilienhäusern, zum anderen Helleböhn, dessen Äußeres von GWH-Objekten geprägt wird. Zudem gibt es die Bereiche documenta urbana und Holzgarten – kurzum: Süsterfeld-Helleböhn ist vielseitig. Ein beliebtes Wohngebiet ist der Stadtteil allemal. Wer sich dort niederlässt, zieht selten weg.

Das könnte sich in Zukunft verstärken, wenn auf dem ehemaligen Jordan-Gelände neuer Wohnraum entsteht. Kein Wunder, dass die Entwicklung dieses Areals allen Parteien vor den Ortsbeiratswahlen am Herzen liegt.

Ein Überblick:

CDU

Weil Süsterfeld-Helleböhn kunterbunt geprägt ist, müsse der Zusammenhalt gestärkt werden, sagt Regina Nebelung, Spitzenkandidatin der CDU. Dafür sei ein neues Olof-Palme-Haus vonnöten. Das soll an der alten Stelle wieder aufgebaut werden: „Ein Bürgerhaus sorgt auf jeden Fall für Belebung im Stadtteil und wird im besten Fall zu einem Treffpunkt“, sagt Nebelung.

Die Christdemokratin möchte das Miteinander fördern, das gelte gleichermaßen für die gute Zusammenarbeit in den Gremien. Außerdem geht es der Rechtsanwältin darum, die gute Infrastruktur weiter zu verbessern. „Der Stadtteil soll weiterhin so gut an das Straßenbahn- und Busnetz angebunden sein.“

Grüne

Die Grünen gehen davon aus, dass das Jordan-Projekt den Stadtteil in den nächsten Jahren stark fordern wird. „Wir setzen uns für eine familienfreundliche, verkehrsarme, sozial verträgliche und ökologische Planung und Bebauung des Geländes ein“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Marianne Knipping.

Worauf ihre Partei zudem Wert legt, ist eine Beruhigung des Verkehrs, vor allem auf der Heinrich-Schütz-Allee und der Eugen-Richter-Straße. In diesem Zusammenhang soll das Radwegenetz ausgebaut werden. „Ich denke an einen durchgehenden Radweg entlang der Eugen-Richter-Straße“, sagt Knipping. Wie die CDU wollen auch die Grünen die Bus- und Straßenbahnanbindungen des Stadtteils sichern.

Einen weiteren wichtigen Punkt für die Grünen formuliert Knipping so: „Das Olof-Palme-Haus als zentrales Bürgerhaus muss schnellstmöglich neu gebaut werden.“ Dabei hat sie unter anderem ein attraktives Jugendzentrum vor Augen. Auch ein Stadtteilbüro mit Stadtteilmanagement soll in dem neuen Bürgerhaus Platz finden.

SPD

Die Sozialdemokraten mit Ortsvorsteher Helmut Axel setzen sich ebenfalls für den Bau eines „neuen und zeitgemäßen Bürgerhauses“ ein: „Wir wollen den Namen Olof-Palme-Haus erhalten“, sagt Alex. Es soll zum Beispiel Räumlichkeiten bieten, um private Feiern auszurichten.

Und was das Jordan-Areal betrifft, da soll das neue Wohngebiet gut in das des restlichen Stadtteils integriert werden. Die SPD spricht sich für einen neuen Kindergarten auf dem Gelände aus. Die Wohnvarianten sollen vielfältig sein. Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen sollen ebenso geschaffen werden wie barrierefreie und altersgerechte Unterkünfte, und nicht zuletzt auch Reihenhäuser. Um „Parkplatzchaos“ zu vermeiden, „möchten wir gern Tiefgaragen unter den Wohnhäusern bauen“, sagt Alex.

Außerdem möchte die SPD die Raserei auf der Heinrich-Schütz-Allee mithilfe von Geschwindigkeitsdisplays eindämmen. Entlang der Eugen-Richter-Straße soll der Radweg durchgängig werden. Darüber hinaus ist der SPD daran gelegen, dass die Mobilität durch Anbindung an den ÖPNV gestärkt wird.

(Robin Lipke)

Stadtteilkarte von Süsterfeld-Helleböhn

Die Kandidaten

Regina Nebelung

Regina Nebelung, CDU

Regina Nebelung (61) stammt aus Hannover. Seit 1982 lebt sie in Kassel, seit 1985 in Süsterfeld, wo sich auch die Kanzlei der Rechtsanwältin befindet. Politisch aktiv ist die Stadtverordnete seit Anfang der 2000er-Jahre. Nebelung ist verheiratet und hat einen Sohn.

Marianne Knipping

Marianne Knipping, Grüne

Marianne Knipping (62) bezeichnet sich selbst als Urgestein der Grünen. Seit 1983 gehört die Grafik-Designerin der Partei an, sie saß unter anderem im Präsidium der Bundes-Grünen. Knipping stammt aus Neuss, seit 1978 lebt sie in Kassel. Sie ist verheiratet.

Helmut Alex

Helmut Alex, SPD

Helmut Alex (61) kam im Alter von zwei Jahren und zehn Monaten nach Süsterfeld. Am Wilhelmsgymnasium hat er Abitur gemacht. Seit 2003 engagiert sich Alex im Ortsbeirat, seit 2016 ist er Ortsvorsteher. Alex ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Söhnen.

Die Listen

CDU (Liste 1)

  • Regina Nebelung, Rechtsanwältin, Jahrgang 1960
  • Klaus Nebelung, Rentner, Jahrgang 1942

Grüne (Liste 2)

  • Marianne Knipping, Grafik-Designerin, Jahrgang 1959
  • Peter Fellmann, Arzt, Jahrgang 1956
  • Karin Mijatovic, Rentnerin, Jahrgang 1952
  • Wolfgang Nickel, Mobilitätsmanager, Jahrgang 1955
  • Gabriele Dumeier, Historikerin, Jahrgang 1965

SPD (Liste 3)

  • Helmut Alex, Diplomverwaltungswirt, Jahrgang 1959
  • Delia Brand, Krankenschwester, Jahrgang 1959
  • Björn Alex, Diplomverwaltungswirt, Jahrgang 1995
  • Wolfgang Schwieder, Rentner, Jahrgang 1952
  • Vera Krause, Rechtsreferendarin, Jahrgang 1989
  • Etienne Liehr, Sachbearbeiterin, Jahrgang 1995

Süsterfeld-Helleböhn in Zahlen

  • Einwohner: 5797
  • Durchschnittsalter: 44,0 Jahre
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 48,8 %
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: minus 6,9
  • Haushalte: 2926
  • Personen je Haushalt: 1,98
  • Alleinerziehende: 27,5 %
  • Sozialversicherungspflichtig
  • Beschäftigte: 2035
  • Arbeitslosenquote: 6,8 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 402,6

Quelle: Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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