Hündin und Lamm verstehen sich prächtig

Zwei Kasseler Studenten wurden unverhofft Lamm-Leiheltern

Glückliche Lamm-Leiheltern: Felix Steinmetz und Anika Kraft mit Hündin Lilly und Kamerunschaf Hope.
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Glückliche Lamm-Leiheltern: Felix Steinmetz und Anika Kraft mit Hündin Lilly und Kamerunschaf Hope.

In den vergangenen zweieinhalb Wochen konnten Anika Kraft und Felix Steinmetz erleben, wie sich junge Eltern fühlen. Seitdem lebt ein kleines Kamerunschaf aus der Herde des Kasselers Fotios Kolios bei ihnen.

Kassel - Weil das Lamm von seiner Mutter kurz nach der Geburt verstoßen wurde, war Kolios auf der Suche nach Leiheltern. Bei dem benachbarten Pärchen wurde er fündig. Eine gute Wahl: Dessen Chihuahua und das Lamm verstehen sich prächtig.

Die beiden 24-jährigen Studenten haben einige kurze Nächte hinter sich. Sie haben sich eine Isomatte in die Küche gelegt, wo sie abwechselnd mit dem Lamm schlafen. „Sobald wir nachts aus dem Raum gehen, fängt es an zu schreien“, erzählt Anika Kraft. Anfangs musste es auch nachts mehrfach mit der Flasche gefüttert werden. Inzwischen sind die Abstände größer geworden. Felix Steinmetz hatte dafür extra Milchpulver für Schaflämmer besorgt.

Die Studenten tauften das Lamm „Hope“. Sie fanden dies passend, weil es nun wieder eine Hoffnung für das Tier gibt. Als sie es aufnahmen, war es in einem schlechten Zustand und schwach auf den Beinen. Die Mutter hatte offenbar nicht genug Milch für alle ihre Lämmer und ließ das kleinste und schwächste Tier nicht trinken. „So lief Hope einem falschen Mutterschaf hinterher“, erzählt Anika Kraft.

In seinem neuen Zuhause ist Hope gut angekommen. Es geht mit Chihuahua Lilly dreimal täglich Gassi und frisst am liebsten die Schnürsenkel und Handtücher der Studenten auf. Damit es seine Hinterlassenschaften nicht in der Wohnung verteilt, wird es gewickelt. Um dabei sein Schwänzchen nicht einzuklemmen, schneidet das Paar ein Loch in die Windeln.

In der Wohnung mit Windel: Das Lamm Hope.

Das Wohnzimmer sei für Hope tabu, sagt Kraft. Darin habe es zu oft randaliert. Ansonsten klappe der Alltag zwischen Online-Studium, Studienarbeiten schreiben und Lammaufzucht erstaunlich gut, sagt Steinmetz.

Inzwischen hat sich Hope so sehr an seine Leiheltern gewöhnt, dass es ihnen kaum mehr von der Seite weicht. Dennoch wissen die Studenten, dass in etwa drei Wochen die Zeit gekommen sein wird, dass Hope wieder schrittweise in die Herde integriert werden muss. Zu dem Zeitpunkt wird das Lamm feste Nahrung aufnehmen. Für die Eingewöhnung werden die beiden wohl viel Zeit an der Weide verbringen müssen. Fast wie bei einem Kindergarten. (Bastian Ludwig)

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