Traditionslokal schließt Ende Juli

Schöne Aussicht in Kassel: Bald Kindergarten statt Biergarten

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Hier ziehen die Kleinen Stromer ein: Das Ausflugslokal „Schöne Aussicht“ wird am 31. Juli für immer schließen. Im Oktober soll der Umbau in eine Kita beginnen.

Nach 107 Jahren ist Schluss: Die Ausflugsgaststätte „Schöne Aussicht“ an der Dönche schließt am 31. Juli für immer ihre Türen.

Generationen hatten den Blick vom Biergarten in das heutige Naturschutzgebiet und auf den Habichtswald genossen. Künftig soll in die Räume des Lokals an der Heinrich-Schütz-Allee 214 eine Kindertagesstätte der Kleinen Stromer einziehen. Am 27. Juli will der aktuelle Betreiber noch ein Abschlussfest mit DJs feiern.

Im Jahr 1912 hatten Eduard und Berta John die erste Schankkonzession für das Lokal erworben. Damals war die Heinrich-Schütz-Allee nicht viel mehr als ein Feldweg und hieß Fürstenallee.

Bis in die 50er-Jahre brachten die Gäste – wie damals üblich – ihr Kaffeepulver und ihre Brotzeit selbst mit, wenn sie sich zur „Schönen Aussicht“ in Süsterfeld-Helleböhn aufmachten. In der Gaststätte wurden dann Tassen, heißes Wasser und Bier gestellt.

Blick zurück: Die Familie John führte das Lokal über 100 Jahre lang. Hier ein Bild aus dem Jahr 1962.

Über 100 Jahre wurde das Traditionshaus von der Familie John weitergeführt. Zuletzt von Udo John – dem Urenkel von Berta und Eduard.

Seit 2016 verpachteten die Johns ihr Lokal. Zuletzt wurde es von Micael Berhane geleitet, der es als „Micas in der Schönen Aussicht“ führte. Doch dieses Jahr erhielt der Pächter die Kündigung. Eigentümer Udo John, der selbst in der Immobilie wohnt, begründet seine Entscheidung damit, dass ihm die Gastronomie inzwischen ein zu unsicheres Gewerbe sei. „Das funktioniert nicht mehr so richtig. Die klassischen Gastronomen sind am Stöhnen. Alle wollen nur noch Eventgastronomie“, sagt er. Im Oktober solle der Umbau der Gaststättenräume in eine Kindertagesstätte starten. Die Kleine Stromer gGmbH, die in Kassel etliche Kitas, Krippen und Horte betreibt, miete die Räume anschließend an. Geplant ist eine Einrichtung mit zwei bis drei Gruppen. Mit dem großen Garten, der bislang als Biergarten genutzt wird, gibt es jedenfalls ein äußerst attraktives Außengelände.

Die Kleinen Stromer bestätigen auf HNA-Anfrage das Vorhaben. Zum Starttermin und den Details ihrer Pläne wollen sich die Betreiber aber noch nicht äußern.

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