Radfahrer müssen auf Straße ausweichen

Radweg endet plötzlich: Ortsbeirat fordert Lösung für gefährliche Stelle in Kassel

Obacht an der Eugen-Richter-Straße: Marianne Knipping zeigt, wie gefährlich die Stelle am Ende des Radweges ist.
+
Obacht an der Eugen-Richter-Straße: Marianne Knipping zeigt, wie gefährlich die Stelle am Ende des Radweges ist.

Die Stadt Kassel und der Ortsbeirat von Süsterfeld-Helleböhn bewerten Gefahrenstelle unterschiedlich. Der Ortsbeirat bringt Vorschläge zur Verbesserung ein. 

Süsterfeld-Helleböhn – Wer mit dem Fahrrad auf der Eugen-Richter-Straße Richtung Süsterfeld-Helleböhn (Stadtteil von Kassel) unterwegs ist, hat ein Problem. Kurz nach einer Senke, wo sich die Straßenbahn-Haltestelle „Helleböhnweg“ befindet“, endet plötzlich der Rad-Weg.

Radfahrer müssen sich ungesichert zwischen vorbeirasenden Autos einordnen. Ausgerechnet an einer nicht zu unterschätzenden Steigung. Das sei eine „gefährliche und unerträgliche Situation“, sagt Marianne Knipping.

Gefahr in Kassel: Laut Grünen-Politikerin nicht nur für Radfahrer

Zumal der Verkehr auf dieser wichtigen Verkehrsader zwischen Druseltal- und Leuschnerstraße stetig zugenommen habe. Die Grünen-Politikerin, die im Süsterfelder Ortsbeirat sitzt, verweist darauf, dass diese Passage für Autofahrer ebenfalls nicht ganz ohne sei. Die müssten oft ausweichen und auf die Bremse steigen – auch diese Manöver bargen Gefahren.

Newsletter

Mit dem HNA-Newsletter keine Nachrichten aus Kassel mehr verpassen.

Seit Jahren beschäftig den Ortsbeirat dieses Thema. Der fordert eine Lösung von der Stadt Kassel, und zwar einen anständig gesicherten Weg in beide Richtungen. Denn aktuell gebe es keine durchgängige Verbindung von der Druseltalstraße bis zum Rhönplatz, sagt Knipping: „Wir reden hier auch davon, dass Kinder zur Fridtjof-Nansen-Schule wollen oder Jugendliche zum Sportplatz.“

Verkehr in Kassel: An dieser Stelle kommen sich nun Fahrräder und Fußgänger in den Weg

Für Knipping ist es verständlich, dass „an dieser Stelle keiner in den Verkehr einfädeln will“. Längst seien Rad-Fahrer auf den Fußweg ausgewichen, der neben den parallel verlaufenden Tramschienen entlangführt. Daraus ergibt sich aber ein weiteres Problem. Der Weg ist nicht besonders breit, dort herrscht nun viel Betrieb, sodass sich Fußgänger und Rad-Fahrer in die Quere kommen.

Bislang mussten die politischen Vertreter des Stadtteils enttäuscht feststellen, dass nach Anträgen an die Stadt Kassel nichts passiert ist. Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt begründete 2019 eine Ablehnung damit, „dass für die Umsetzung der beantragten Maßnahmen“ keine personellen Ressourcen zur Verfügung stünden. Darüber hinaus sei der parallel verlaufende Glockenbruchweg durch eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone eine akzeptable Alternative. Diese Ansicht vertrete das Rathaus Kassel weiterhin, teilt ein Sprecher der Stadt mit.

Schulweg zumutbar? Stadt Kassel gegen Ortsbeirat - Steigung als zu Gefährlich bewertet

Knipping und ihre Kolleginnen und Kollegen im Ortsbeirat sind mit Blick auf die Topografie anderer Auffassung. Wer vom Glockenbruchweg aus etwa zur Nansen-Schule, Dreifaltigkeitskirche oder zur Kindertagesstätte „Feldböhnchen“ möchte, habe eine erhebliche Steigung zu überwinden, die „keineswegs sicher und akzeptabel“ sei, argumentiert der Ortsbeirat. Die Stadt Kassel hingegen sehe die seit vielen Jahren genutzten Schulwege als „grundsätzlich verkehrssicher und zumutbar“ an, sagt der Stadtsprecher.

Auf dem Gehweg neben den Gleisen kommen sich oft Fußgänger und Radfahrer in die Quere.

Vonseiten der Stadt Kassel klingt es nun so, dass Bewegung in die Sache kommen könnte. Weil der Rad-Verkehr gefördert werden soll, sei dieser Straßenabschnitt nun wieder konkreter in den Blick gerückt: „Nach aktuellem Stand ist der Planungsbeginn im Jahr 2022 vorgesehen.“

Lösung für die Gefahrenstelle in Kassel: Knipping schlägt gleich zwei Varianten vor

Als Lösungen sieht Knipping zwei Varianten. Entweder werde der Rad-Weg an der Fahrbahn ordentlich ausgebaut, oder der Gehweg neben den Straßenbahngleisen werde umgestaltet und zusätzlich als Rad-Weg genutzt. Für Variante zwei erteilt die Stadt Kassel eine Absage. Um Behinderungen zu minimieren, solle eine gemeinsame Führung von Fuß- und Rad-Verkehr bei Neuplanungen nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, teilt der Stadtsprecher mit.

Darüber hinaus sei der Gehweg zu schmal. „Um in beiden Richtungen Rad-Verkehr separiert vom Fußverkehr anzuordnen, wären mindestens fünf Meter Breite erforderlich. Das ist dort kaum realisierbar.“ Die Stadt peilt eine Variante auf oder neben der Eugen-Richter-Straße an. Heißt: Richtungstreue Rad-Fahrstreifen werden angelegt, oder in dem begleitenden Grünstreifen wird ein von der Fahrbahn abgesetzter Zweirichtungsradweg gebaut. Knipping sagt: „Hauptsache, es geschieht endlich etwas.“ (Robin Lipke)

In Kassel sind fünf Straßen teilweise zur Fahrradstraße umgestaltet worden. Wir erklären die wichtigsten Regeln für Fußgänger, Rad- und Autofahrer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.