„Super, dass ihr so streng seid“

Corona in Kassel: Immer mehr Bars und Restaurants setzen auf 2G-Regel

Sie haben kein Problem mit der 2G-Regel in Bars: Stefan und Chris Schieferstein vor dem Chacal an der Goethestraße. Sie sind Stammgäste in der Bar.
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Sie haben kein Problem mit der 2G-Regel in Bars: Stefan und Chris Schieferstein vor dem Chacal an der Goethestraße. Sie sind Stammgäste in der Bar.

In Kassel führen immer mehr Gastronomen die 2G-Regel ein. Menschen, die nicht gegen Corona geimpft oder von einer Infektion genesen sind, erhalten kein Zutritt.

Kassel - Die Corona-Pandemie hat das Leben in den Cafés und Bars auf den Kopf gestellt. Inzwischen schwenken immer mehr Betreiber in Kassel auf die 2G-Regel um, weil sie so wieder für ein Stück mehr Normalität ohne Masken und Abstandsgebote sorgen können.

Gerade für kleine Betriebe ist dies wirtschaftlich die Rettung, weil mit 2G wieder alle Plätze besetzt werden dürfen. Doch der beschränkte Zugang für Geimpfte und Genesene sorgt nicht bei allen Gästen für Begeisterung.

Corona in Kassel: 2G-Regel kommt bei den Kunden der Lolita Bar gut an

Bob Wacholder von der Lolita Bar hat seit Anfang Oktober die Türen wieder geöffnet und in den Innenräumen von Anfang an auf 2G gesetzt. Nur der Biergarten ist für alle geöffnet. „Wir kontrollieren streng und akzeptieren nur QR-Codes, die wir am Einlass mit einem QR-Code-Scanner überprüfen. Außerdem vergleichen wir die Daten mit einem Ausweisdokument und erfassen alle Kontaktdaten“, sagt Wacholder.

Konsequent: Wer in die Lolita Bar will, muss geimpft oder genesen sein. Nur in den Biergarten darf jeder. Das kontrolliert auch Chris Müller vom Barteam.

Wer etwa nur seinen Impfausweis vorlege, den müsse sein Personal wieder wegschicken. „Wir können nicht überprüfen, ob Impfausweise gefälscht sind, und wollen für unsere Gäste größtmögliche Sicherheit.“ Wer einen QR-Code habe – entweder als Ausdruck oder in der App – bei dem habe zuvor ein Arzt oder Apotheker die Dokumente geprüft. „Viele sagen: Super, dass ihr so streng seid“, so Wacholder. Dieses Vorgehen habe bei manchen Gästen aber auch für Irritationen gesorgt.

Corona-Pandemie: Auch im Café am Bebelplatz in Kassel gilt die 2G-Regel

Gabriele Kirchhof vom Café am Bebelplatz hat ebenfalls die 2G-Zugangsregel eingeführt. Ihr fällt auf: „Trotz 2G im Innenraum wollen viele Menschen lieber vor dem Café sitzen. Es gibt nach wie vor eine Unsicherheit.“ Sie selbst trage im Café beim Bedienen Maske, um sich zu schützen.

Trotz 2G wollen bei ihr viele draußen sitzen: Gabriele Kirchhof vom Café am Bebelplatz.

Tendenziell erlebt Kirchhof inzwischen weniger Diskussionen darüber, dass sie nur Geimpfte und Genesene in das Café lässt. Ein Problem sei aber der Umgang mit den Sechs- bis 12-Jährigen. Diese könnten sich ja noch nicht impfen lassen und dürften nur in das Café mit einem aktuellen Coronatest. Gerade für Familien sei dies mit einem gewissen Aufwand verbunden. Aber verglichen mit der Zeit, als sogar im Außenbereich von Lokalen 3G galt, sei die Situation inzwischen entspannt. „Die Leute haben nicht verstanden, warum sie für ein Treffen unter freiem Himmel einen Negativtest brauchen“, so die Inhaberin.

2G-Regel und Corona-Impfungen wird in Kassel „diesen Winter noch mal dazu gehören“

In der Bar Chacal an der Goethestraße weist ebenfalls ein Schild auf die 2G-Regel hin. Auch hier saßen am Wochenende die meisten Menschen wegen des schönen Wetters draußen – darunter auch die Stammgäste Chris und Stefan Schieferstein. Die beiden haben kein Problem mit der 2G-Regel. Im Gegenteil: „Impfen und Maskenpflicht werden diesen Winter noch mal dazu gehören. Ein bisschen zusammenreißen kann man sich doch noch“, findet Chris Schieferstein. Weil die beiden demnächst in die Karibik reisen, ist ihnen aufgefallen, dass es immer schwieriger werde, eine Teststation zu finden.

„Es läuft eigentlich alles sehr entspannt. Im Sommer gab es mehr Diskussionen“, sagt Nuanda von Sydow, die als Bedienung in der Bar Chacal arbeitet. Selbst im Außenbereich würden die Leute ihre Impfausweise und QR-Codes vorzeigen. Mit den Herbsttemperaturen würden aber immer mehr Menschen in der Bar sitzen. „Viele sind erleichtert, dass es wieder Kneipenfeeling gibt“, so die Barfrau. Wenn sie den Verdacht habe, dass jemand einen gefälschten Nachweis vorzeigt, weise sie auf die Folgen hin. „Ich sage denen dann, dass bei einer Kontrolle des Ordnungsamtes derjenige das Problem hat, der sich mit falschen Dokumenten Zugang verschafft hat.“

Dies sind nur einige Beispiele. Kultureinrichtungen wie das Theaterstübchen und Goethes Postamd setzen für einzelne Veranstaltungen auf 2G. Auch die Saunen des Auebades sind nur für Geimpfte und Genesene offen. (Bastian Ludwig)

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