Zimmerer wollen Qualität der Ausbildung weiter verbessern

Supermeister gegen Krise

Krönender Abschluss: Die frisch gebackenen Zimmermeister sangen in ihrer Handwerkerkluft das traditionelle Klatschlied.

Kassel/Baunatal. Das Zimmerer-Handwerk ist optimistisch, gut durch die Wirtschaftskrise zu kommen und sieht angesichts der Konjunkturprogramme und im Zeichen umweltbewussten Bauens gute Zukunftschancen für den Berufsstand. Das wurde am Wochenende während der Meisterfeier des Bundesbildungszentrums für das Zimmerer- und Ausbaugewerbes (Bubiza) in Baunatal deutlich.

Das Kasseler Zentrum, die frühere Bundesfachschule für das Zimmererhandwerk, bildet seit 83 Jahren den Meisternachwuchs aus. In dieser Zeit seien 2500 Gesellen ausgebildet worden, sagte die Festrednerin, Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann. Das Handwerk sei ein Motor der Wirtschaft, sagte Kassels Stadtrat Heinz Gunter Drubel.

Die Neugestaltung der Museumslandschaft und der Umbau der Kasseler Universität biete gerade dem Holzbau große Zukunftschancen, meinte die Ministerin. Daneben habe die Qualität der Ausbildung im Handwerk gerade in der Wirtschaftskrise einen entscheidenden Stellenwert, sagte Kühne-Hörmann. Hessen habe als erstes Bundesland das Studium von Handwerksmeistern zugelassen, viele Meister nähmen diese Chance inzwischen wahr, sagte die Ministerin. Außerdem gebe es ein Programm Forschung und Handwerk, um das Problem des Fachkräftemangels in den Griff zu bekommen.

Die Kasseler Fachschule will bei der Bildungsoffensive ganz vorn dabei sein. Dieses Jahr solle mit der Ausbildung von „Supermeistern“ begonnen werden, sagte Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer des Bubiza, auf Anfrage. Der Titel werde vom Bund deutscher Zimmermeister zertifi-ziert. Außerdem sei man mit der Fachhochschule Hildesheim über die gemeinsame Konzeption eines Meisterstudiums im Gespräch.

Das Zimmererhandwerk habe bisher weniger unter der Krise gelitten als die übrigen Baubranchen, meinte Neuenhagen. Allerdings sehe man mit Sorge, dass privaten Bauherrn jetzt Fördermittel für energetische Sanierungen gekürzt werden sollen.

In Baunatal trafen sich mehrere Generationen von Zimmerleuten zum Feiern und zum Erfahrungsaustausch: 44 frisch gebackene Zimmermeister hatten die Chance, mit etwa ebenso vielen Veteranen des Handwerks aus ganz Deutschland ins Gespräch zu kommen. Die Jubilare der Zimmerer wurden unter anderem für 50-, 40- und 25-jährige Berufszugehörigkeit ausgezeichnet. Darunter war auch Dietmar Butz vom Fachbereich Bauen und Umwelt der Kasseler Kreisverwaltung. Der Zimmerer aus Süddeutschland war nach seiner Ausbildung am Bubiza in Kassel „hängengeblieben“. (pdi)

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