Inhaber will Ausbildung am Bugasee  aufgeben

Nach gezielter Brandstiftung: Surfschule nur noch Ruine

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Nach 30 Jahren nur noch Schutt und Asche: Die Reste der Surfschule am Bugasee. Inhaber Antonia Garcia hat in den Trümmer ein noch verschlossenes Zahlenschloss entdeckt. Das zeigt ihm, dass die Täter nicht in die Hütte einbrechen wollten.

Kassel. Von Kassels einziger Surfschule ist nur noch ein Haufen verkohltes Holz und Ziegeln übrig. Die Fun Surfschule, die über 30 Jahre ihren Sitz am Bugasee hatte, war in der Nacht zu Donnerstag abgebrannt. Die Polizei geht davon aus, dass Brandstifter am Werk waren.

Für den Eigentümer Antonio Garcia, der die Surfschule nebenberuflich betrieben hatte, steht die Surfausbildung in Kassel damit vor dem Aus. Das Gebäude war nicht versichert.

Am Donnerstagmittag erhielt der 52-jährige Garcia den Anruf von der Polizei. „Der Polizist fragte mich, ob mir die Surfschule an der Buga gehöre. Ich sagte ja, mir gehört die Surfschule. Dann verbesserte er mich: Ihnen gehörte die Surfschule.“ Das Feuer hatte nicht nur das Gebäude zerstört, sondern auch die darin lagernde Ausrüstung: Surfbretter, Segel, Neoprenanzüge. Der Schaden beläuft sich auf 15.000 Euro.

Ein Zeuge hatte gegen 1.30 Uhr das Feuer entdeckt und es zunächst für ein Lagerfeuer gehalten. Als er dann sah, dass die Flammen höher schlugen, informierte er die Feuerwehr. Personen habe der Zeuge aber nicht beobachtet, teilt die Polizei mit. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden. Die Ermittler gingen von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

War Rache im Spiel?

So sah sie aus: In dieser Hütte waren die Surfbretter und die Ausrüstung eingelagert.

Garcia ist wütend. Auch er geht von einer gezielten Tat aus. „Da hat jemand etwas gegen mich“, sagt der Kasseler. Er hält etwa Vandalismus für ausgeschlossen. „Ich glaube nicht, dass sich Jugendliche nachts bei Nieselregen und Kälte in der Buga aufhalten.“

Mit dem Ende der Surfschule will Garcia nun auch die Surf-Ausbildung in Kassel beenden. „Für ein Wiederaufbau fehlt mir die Kraft. Nicht nur das Geld ist verloren, sondern auch die viele Arbeit, die ich in die Surfschule gesteckt habe. Hier stecken so viele Erinnerungen drin. Meine Töchter haben ihre Kindheit hier verlebt“, sagt der 52-jährige. Seit 1994 leitete er die Schule.

Versichert sei das Gebäude nicht gewesen, da die Versicherung nur Gebäude aus Stein oder Stahl versichern wollte und die Surfschule zudem zu weit abseits von der Seglergaststätte stand. Ein festes Gebäude habe aber die Stadt Kassel nicht zugelassen.

Garcia macht sich nun auch um die Kasseler Surfkultur sorgen. Die Surfschule habe auch für den Nachwuchs im Windsurfing Verein gesorgt, der seinen Sitz in der Seglergaststätte hat. Nun werde es wohl Nachwuchsprobleme geben. Die nächste Surfschule liegt am Edersee.

Zeugenhinweise: Wer in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, zwischen 1 und 2 Uhr nachts, verdächtige Personen im Bereich der Seglergaststätte auf dem Buga-Gelände beobachtet hat, soll sich bei der Polizei melden: 0561/ 9100.

Von Bastian Ludwig

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