Marktplatz: Geländewagen fand neuen Besitzer

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Schwerer Abschied: Nachdem Paul Hose den Suzuki LJ 80 gemeinsam mit seinem Bruder restauriert hat, hat er sich nun aus Zeitgründen von dem Wagen getrennt.

Komfort sucht man vergeblich – in diesem Auto lebt und stirbt man wie ein Mann“, sagt Paul Hose über seinen Suzuki LJ 80 Geländewagen, den er gemeinsam mit seinem Bruder Alexander vor etwa fünf Jahren erstand. „Als wir das Auto gebraucht gekauft haben, hatte es einige Mängel.

Bei genauerem Hinsehen waren diese größer als gedacht“, erinnert sich Paul Hose, der mit seinem Bruder kurzerhand ein Projekt daraus machte. Gemeinsam haben sie den Wagen restauriert. Immer wenn es die Zeit erlaubte, schraubte der gelernte Mechatroniker an dem Wagen. „Es gab immer etwas zu tun. Den Motor haben wir komplett neu aufgebaut. Die Roststellen waren nur mit Spachtelmasse ausgebessert, wir haben alles abgeschliffen und neue Bleche eingeschweißt“, sagt Hose. Nach fünfjähriger Restauration ist der Suzuki LJ 80 in besserem Zustand, als zur Zeit des Kaufs. Zwar sieht man dem kompakten Geländewagen sein Alter an diversen Gebrauchsspuren an, doch ist das bei einem Oldtimer, der eigenhändig aufgearbeitet wurde, nichts Außergewöhnliches.

Robustes Gefährt

„Der Wagen ist kein Schmuckstück“, räumt Paul Hose ein, aber er laufe zuverlässig. Denn, was den für die australische Armee konzipierten Geländewagen auszeichnet, ist seine Robustheit und Geländetauglichkeit. Mit zuschaltbarem Allradantrieb ist der LJ 80 abseits der Straßen zu Hause. „Man kommt überall hin, auch wenn es etwas länger dauert“, unterstreicht Paul Hose die absolute Geländetauglichkeit und spielt zugleich auf die Höchstgeschwindigkeit von etwa 100 Stundenkilometern an. Zwar nutzte er den Zweisitzer auch im Alltag, doch gibt er zu, dass es sich beim LJ 80 eher um ein Spaß-Fahrzeug handelt. Und der Fahrspaß lässt sich im Sommer steigern, indem sich das Hardtop abnehmen und das Auto zum Cabrio wandeln lässt. Die Türen können durch Ketten ersetzt werden und die Frontscheibe ließe sich herunterklappen, wenn es hierzulande erlaubt wäre.

Ebenso wie das Äußere ist auch der Fahrspaß im LJ 80 recht ursprünglich. „Man braucht schon alle Sinne beim Fahren, was aber gerade im Gelände ein unvergleichliches Vergnügen ist“, sagt der Besitzer. Ursprünglich ist auch die Ausstattung des Fahrzeugs. „Es gibt zwei Sitzeinstellungen: vorne und hinten“, lacht Paul Hose. Klimaanlage? „Klar, man muss nur das Fenster aufmachen!“ Doch lässt sich der Wagen dank eines Schiebers am Luftfilter von Winter- auf Sommerbetrieb umstellen.

Mit dem 0,8-Liter-Benzin-Motor mit einem Hubraum von 800 Kubikzentimetern und einer Leistung von rund 40 Pferdestärken muss man sich manchen Berg hinauf arbeiten. Dafür ist die Parkplatzsuche bei den kompakten Abmessungen kein Problem. Der Tacho zeigt rund 48 000 Kilometer. Da die Anzeige aber nur fünfstellig ist, könnten es auch 148 000 Kilometer sein, wie Hose einräumt. Mit dem neuen Motor ist der Wagen aber gerade einmal 13 000 Kilometer gelaufen.

Und warum trennen sich die Brüder von ihrem Projekt? „Mein Bruder hat Familie und ist mit dem Umbau seines Hauses befasst, da haben sich die Prioritäten verschoben. Ich habe ein Bauingenieur-Studium begonnen, weshalb mir schlicht die Zeit zum Schrauben fehlt“, erklärt Paul Hose, der aber findet, dass das Auto unbedingt wert sei, erhalten zu werden. Der Wagen sei etwas für Liebhaber, dank der simplen Technik könne man fast alles selber machen, Ersatzteile gebe es problemlos im Internet, sagt der Besitzer.

Geglückter Verkauf per Kleinanzeige in der HNA

Und einen solchen Liebhaber hat Paul Hose über die HNA-Kleinanzeigen gefunden. Das Auto wurde inzwischen verkauft und freut sich nun über weitere liebevolle Zuwendung und damit zusätzliche Lebensjahre.

Von Peer Bergholter

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