Verein Kulturfabrik will Unterstützung bei Verhandlungen mit Eigentümer

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Setzt sich für die Kulturfabrik ein: Geschäftsführer Oliver Leuer.

Kassel. Was wird aus der Kulturfabrik Salzmann? Die Befürchtungen sind groß, dass mit der Sanierung des Industriedenkmals in Bettenhausen deren Ende eingeläutet wird. Die Mieter müssen das Gebäude räumen. Sie alle haben vor Kurzem Kündigungen zum 30. September erhalten.

Nach dem Umbau wird das städtische Baudezernat 10.000 Quadratmeter bei Salzmann belegen. Mit der HUK Coburg steht ein weiterer Hauptmieter fest.

Salzmann im Regiowiki

„Es gibt keinen Plan für den Übergang. Wir sollen rausgehen und nach drei Jahren wiederkommen. Das geht nicht“, sagt Oliver Leuer, Geschäftsführer des 1986 gegründeten Vereins Kulturfabrik. „Wir werden in Panik versetzt.“ Bislang hätten Projektentwickler Dennis Rossing und sein Architekt Hans-Uwe Schultze nicht dargelegt, wie sie die Kulturszene halten wollen. Leuer fordert, dass ein Mediator die Gespräche mit dem Eigentümer begleitet.

„Es gibt Mieter, die sind über 30 Jahre hier drin. Die sind persönlich enttäuscht und sagen: ,Ich hab’s ja gleich gesagt.‘ Das kann nur der Vermieter ausräumen“, sagt Leuer. „Wenn man die Kulturfabrik halten will, dann muss ein temporärer Bau aufs Gelände kommen.“ Noch sei unklar, ob die versprochenen Container kommen. „Es laufen 50 Menschen hier rum, die betroffen sind und nicht wissen, wo sie ihren Arbeitsplatz haben werden.“ Die Mieter konnten laut Leuer auch schlecht abschätzen, wie lange sie auf dem Gelände bleiben können. Seit zehn Jahren habe es immer wieder geheißen: Es geht gleich los. Konkrete Gespräche habe es nicht gegeben, lediglich Ankündigungen. Zurzeit hat die Kulturfabrik etwa 200 Quadratmeter für Büro- und Lagerräume im Westflügel fest angemietet, der Theaterraum kommt nach Bedarf tageweise hinzu und wird extra berechnet. Vor zehn Jahren waren es noch 1700 Quadratmeter. Damals zahlte der Verein laut Leuer 9500 Euro im Monat für die gesamte Etage, heute sind es 500 Euro fürs Büro. Mit dem Ende des Diskobetriebs – Factory, Aufschwung Ost und Stammheim brachten damals die Miete ein – schrumpfte der Platzbedarf.

In den Umbauplänen für Salzmann sind im Hochparterre und im Keller, wo sich zurzeit Übungsräume und ein Tonstudio befinden, 900 Quadratmeter für die Kulturfabrik und für Ateliers vorgesehen. „Das ist das, was übrig geblieben ist“, sagt Leuer. „Was da reinpasst, ist eingeschränkt.“ Aus seiner Sicht wurde die Kulturszene bei der Planung stiefmütterlich behandelt. „Wenn man uns möchte, muss man uns den Hof machen“, sagt er. Die Stimmung sei im Keller. „Es gibt viele, die wissen wollen, wann der Protest losgeht.“

Von Ellen Schwaab

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