Geschäftsleute beschweren sich

Szene in Kassels Innenstadt: Trinker und Junkies erobern Friedrichsplatz

Kassel. Seit etwa acht Wochen tummelt sich die Kasseler Drogen- und Trinkerszene wieder verstärkt auf dem Friedrichsplatz. Mindestens 20 bis 30 Frauen und Männer halten sich hier bei gutem Wetter täglich auf. Grüppchenweise.

Das Denkmal von Landgraf Friedrich II. wird belagert. Es wird getrunken, illegale Drogen werden offen konsumiert, die Anleinpflicht für Hunde wird ignoriert.

Manche Gäste würden sich von dem „Gegröhle“ der Szene gestört fühlen, sagt ein Gastronom. Sabine Amelie Alt, Geschätsführerin bei Sinn Leffers, berichtet von Kunden und Mitarbeitern, die „fassungslos sind“. Auf dem Portikus des Kaufhauses seien Spritzen, Müll sowie Fäkalien von Mensch und Tier vorzufinden. Passanten der Innenstadt könnten sich hier nicht mehr zum Verweilen hinsetzen.

„Das ist der Verdrängungseffekt vom Lutherplatz“, sagt Polizeidirektor Uwe Papenfuß, Leiter der Polizeidirektion Kassel. Die Menschen hielten sich wieder verstärkt auf dem Friedrichsplatz auf. Die Polizei habe ihre Kontrollen entsprechend verstärkt, es gebe „verdeckte und offene Maßnahmen“.

Nach Angaben von Ingo Happel-Emrich gingen beim Ordnungsamt der Stadt nur sehr vereinzelt Beschwerden über die Drogen- und Alkoholszene auf dem Friedrichsplatz ein. „In den letzten Wochen gab es keine Hinweise dieser Art.“ Die Mitarbeiter seien nahezu täglich mehrfach vor Ort, um Ordnungswidrigkeiten (Urinieren, Lärm, Anleinpflicht) zu ahnden. Sie führten Gespräche mit den Personen und forderten diese zu einem Verhalten auf, das einem „verträglichen Miteinander aller Anwesenden dienlich sein soll“.

Sabine Amelie Alt, auch Vorstandsmitglied der City Kaufleute, fordert indes, dass der Szene untersagt wird, sich auf dem Platz zu tummeln. Die Situation sei wenig einladend und schade dem Ruf der Innenstadt. (use)

Rubriklistenbild: © dpa

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