Tempokontrollen an Frankfurter Straße sollen Raser bremsen

Lob und Tadel gibt’s am Straßenrand

Danke für Tempo 50: Die neuen Dialog-Displays an der Frankfurter Straße in Höhe des Edeka-Marktes Aschoff sollen Raser bremsen und die Verkehrssicherheit erhöhen. Foto: Herzog

Südstadt. „Danke!“ liest der Autofahrer, der mit Tempo 50 an der neuen Kontrollstelle auf der Frankfurter Straße in Höhe des Edeka-Marktes Aschoff vorbeirollt. Wer dort mit überhöhter Geschwindigkeit fährt, bekommt statt des Lobes in grüner Schrift den Tadel „Langsamer!“ in Rot zu sehen. Mit den beiden neuen Dialog-Displays sollen Raser auf der vierspurigen Straße gebremst und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Finanziert hat die beiden neuen Anzeigetafeln der Kaufmann Robert Aschoff. Für ihn ist wichtig, dass es im Bereich seines neuen Einkaufsmarktes auf dem ehemaligen Polyma-Gelände an der Frankfurter Straße 112 nicht durch Raser zu gefährlichen Situationen beim Abbiegen auf die Parkplätze der Einkaufsstätte kommt.

Aschoff ist überzeugt davon, dass die beiden Geräte ihre Wirkung entfalten. Mehrere Studien belegten, dass die von der Firma RTB GmbH & Co. KG aus Bad Lippspringe hergestellten und schon seit Jahren unter anderem in Berlin eingesetzten Dialog-Displays die Geschwindigkeiten nachhaltig reduzieren. Die wissenschaftlich begleiteten Untersuchungen belegten laut Hersteller vor allem eine dauerhafte Wirkung, ohne dass bei den Autofahrern ein Gewöhnungseffekt eintrete.

Das ist bei den bisherigen Tafeln, die das gefahrene Tempo anzeigen, nicht der Fall. Von diesen Kontrollstellen will die Stadt auch deshalb abrücken, weil sich so mancher Auto- oder Zweiradfahrer davon herausgefordert fühlt und Bleifußfahrer sich auch gern mal mit angezeigten neuen Höchstmarken an den Kontrollstellen verewigen.

Zwei dieser mobilen Tafeln, die der Stadt von der Deutschen Verkehrswacht zur Verfügung gestellt werden, sind bisher noch an immer wieder wechselnden Standorten in Kassel im Einsatz, damit kein Gewöhnungseffekt einsetzt. Eine dritte Tempoanzeige ist vor den drei Brücken an der Wolfhager Straße fest installiert.

Die Stadt wird künftig in Absprache mit den Ortsbeiräten weitere Dialog-Displays anschaffen und aufstellen, kündigt Amtsleiter Gunnar Polzin vom städtischen Amt für Straßenverkehr und Tiefbau an. Die Anzeigetafeln hätten sich andernorts bereits bewährt. „Es gibt einen Einfluss auf das Geschwindigkeitsverhalten“, sagt Polzin. Und die neuen Geräte seien klar besser als die bisher eingesetzten Tempo-Anzeigetafeln.

Radarsensor

Ein Dialog-Display kostet rund 2500 Euro und ist weitgehend wartungsfrei. Das Tempo herannahender Fahrzeuge wird per eingebautem Radarsensor ermittelt, Messstrecken auf oder in der Straße sind nicht erforderlich.

Ein Solarmodul sorgt bei den beiden Displays an der Frankfurter Straße tagsüber dafür, dass die Batterie des Geräts nachgeladen wird und stets genug Strom für die Tempomessung sowie die Lob- und Tadel-Anzeige zur Verfügung steht.

Fotos: Koch, Schachtschneider/nh

Von Jörg Steinbach

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