Audi an Haltestelle der KVG beobachtet

Zertrümmerte Haltestellen: Polizei lässt Murmel untersuchen

Die Unbekannten, die in der Nacht zum Sonntag eine Tram beschossen und mindestens 15 Haltestellen in der Stadt Kassel und in Vellmar zertrümmert haben, schossen möglicherweise mit einer Zwille Murmeln ab.

Kassel. Ermittler der Kasseler Polizei haben an der KVG-Haltestelle Keilsbergstraße in Oberzwehren zwischen den Scherben eine Murmel aus Glas gefunden. Es handelt sich um eine der mindestens 15 Haltestellen in Kassel und Vellmar, die in der Nacht zum Sonntag von Unbekannten zerstört worden waren.

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Die Ermittler gehen nach Auskunft von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch davon aus, dass die Täter aus einem Auto heraus mit einer Zwille die Murmeln abgeschossen haben. Zudem habe man Zeugenhinweise auf einen silbergrauen Audi bekommen. Der Wagen war beobachtet worden, nachdem es an der Haltestelle Murhardstraße an der Wilhelmshöher Allee gekracht hatte. Andere Zeugen wiesen auf einen Opel Zafira und einen vermutlich schwarzen Audi A4 oder BMW im Bereich Kurhausstraße hin. Der Opel soll ein Kasseler Kennzeichen gehabt haben.

Aktualisiert um 18.50 Uhr

Dass man mit Zwillen gewaltigen Schaden nicht nur an Gegenständen, sondern auch bei Menschen anrichten kann, das bestätigt Dr. Markus Schimmelpfennig vom Kasseler Gesundheitsamt. Wenn man beispielsweise an den Beinen oder dem Gesäß von der relativ harten Glaskugel getroffen werde, komme man vermutlich mit einem blauen Fleck davon, sagt Schimmelpfennig. Zumal diese Stellen in der Regel durch Kleidung geschützt werden. Richtig gefährlich werde es allerdings, wenn auf das Gesicht gezielt werde. Gerate das Geschoss ins Auge, drohe Erblindung. Treffe eine mit einer Zwille abgefeuerte Murmel auf Gesichtsknochen, sei mit Brüchen zu rechnen. Bei seiner Arbeit beim Gesundheitsamt habe er noch nicht mitbekommen, dass Menschen auf diese Weise verletzt worden seien, sagt Schimmelpfennig. Die beschriebenen Verletzungsmuster seien aber mehrfach belegt. „Zwillen sind ja auch heute eher aus der Mode gekommen“, sagt der Arzt.

Die Fahndung nach den Schützen und die bislang nur spärlich vorliegenden Ermittlungsansätze brachten noch keinen Erfolg, sagt Polizeisprecher Jungnitsch. (use)

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