Tischgesellschaften trafen sich zum Stadtjubiläum - Nicht alle Stadtteile machten mit

Tafelfreuden im Freien

Tafelrunde vor der Rathaustreppe: Adrian Tyroll (links), Jessica Seker, Johnnie Debnath und ihre Kollegen von der Rathauskantine boten Hähnchensteak mit Grillkartoffeln und Salat an. Foto:  Fischer

Kassel. Ihr Mittagessen am Sonntag hatten zahlreiche Kasseler ins Freie verlegt und dazu Nachbarn und Freunde eingeladen. Vor allem in den westlichen Stadtteilen wurde die gemeinschaftsstiftende Idee der „Tischgesellschaften“ aufgegriffen, die das Büro Kassel 1100 aus Anlass des Stadtjubiläums ausgegeben hatte.

Mit gutem Beispiel war die Kantine des Rathauses vorangegangen: Vor der Rathaustreppe hatten Kantinenchef Adrian Tyroll und sein Team lange Tafeln aufgebaut. Bei Hähnchensteak, Grillkartoffeln und Salat ließen sich dort vor allem ältere Kasseler nieder und genossen das Gefühl, in geselliger Runde zu speisen.

„Das ist ja fast wie früher beim Haxenessen auf dem Stadtfest“, sagte Gertraude Vormschlag. Den Festbrauch, auf der Königsstraße eine lange Tafel aufzubauen, gibt es heute nicht mehr. Renate Küllmer war zum Rathaus gekommen, weil es in ihrem Stadtteil Wesertor keine solchen Tafelrunden gebe. „Ich hatte mich vorher extra bei der Kirche erkundigt“, sagte sie.

Das war im Vorderen Westen anders. Selbst an der Friedrich-Ebert-Straße wurde gemeinsam getafelt - in großer und in kleiner Runde. Auch im Grünzug der Samuel-Beckett-Anlage kamen mehrere Generationen zusammen. Christa Zeiss (74) hielt „Hauskind Hedi“ im Arm, gerade mal zehn Monate alt und damit die Jüngste an den beiden Tischen, die reich gedeckt waren. Bunte Salate, Frikadellen, gefüllte Tomaten, Räucherlachs und vieles mehr - die Auswahl war groß. Einige der Tischnachbarn wohnen im selben Haus und kommen sowieso schon einmal im Monat zum gemeinsamen Mahl zusammen, wie sie erzählten.

Auf Gemeinsamkeit setzen auch Anwohner des Gartens am Huttenplatz. Einiges, was dort gestern auf der liebevoll gedeckten Tafel stand, haben sie selbst gezogen. Die Idee der Tischgesellschaften kam bei ihnen gut an. „Aber es wurde zu wenig bekannt gemacht“, sagte Regula Rickert.

„Die Idee ist super“, sagte auch Dirk Gottschling (38), der mit Familie und Freunden in der Goetheanlage speiste. Die Tischgesellschaft hätte gern vor der eigenen Haustür getafelt - aber die Goethestraße ist Baustelle. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr. „Das gemeinsame Essen draußen ist etwas Besonderes“, meinte nicht nur Jenny Werderich.

Von Axel Schwarz und Ellen Schwaab

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