Kritik an Veranstaltung

Zu kommerziell? CDU will Tag der Erde in Kassel nicht mehr unterstützen

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Bild aus dem Archiv von 2016: Zum Tag der Erde 2016 auf der Friedrich-Ebert-Straße kamen tausende Besucher.

Kassel. Nach dem Bratwurststreit 2017 nehmen sich die Christdemokraten schon wieder den Tag der Erde vor. Sie fordern die Stadt auf, dem Verein Umwelthaus als Veranstalter jegliche personelle und finanzielle Unterstützung zu streichen oder aber in Rechnung zu stellen.

Der Tag der Erde wird in Kassel seit 1990 veranstaltet und gilt mit tausenden Besuchern als bundesweit einer der größten seiner Art. Die Forderung, sämtliche Hilfen einzustellen, habe „nichts mit Bratwurst zu tun“, betont der CDU-Stadtverordnete Stefan Kortmann auf Anfrage. Damit spielte er auf den Bratwurststreit 2017 an. Grund dafür sei auch nicht die Entscheidung von Umwelthaus und Ortsbeirat Nord-Holland, auch den Tag der Erde 2018 am 22. April auf der Holländischen Straße wieder fleischlos auszurichten. Nach Ansicht seiner Fraktion sei der Tag in den vergangenen Jahren zu einer kommerziellen Großveranstaltung geworden. „Es geht doch nur noch um den Verkauf“, meint Kortmann.

Viele Standbetreiber kommen nicht mehr aus Kassel und der Region. „Das ist nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung.“ Deshalb, so Kortmann, solle sich die Stadt ab 2018 ganz heraushalten. „Sämtliche städtischen Leistungen werden den Veranstaltern – wie ansonsten üblich – in Rechnung gestellt“, heißt es im CDU-Antrag, über den erstmals am 23. Januar im Umweltausschuss diskutiert wird.

Bisher unterstützt das Garten- und Umweltamt die Organisation der Veranstaltung. Für den Tag sind unter anderem auch Mitarbeiter des Bauhofs und der Städtischen Werke im Einsatz. Um den ersten vegetarischen Tag der Erde hatte es 2017 heftige Debatten gegeben. Der Kasseler Bratwurststreit hatte sogar für Schlagzeilen im Ausland. gesorgt. Schließlich feierten in Wolfsanger rund 15 000 Besucher beim Tag der Erde mit.

Zudem schlägt die CDU vor, Kassel solle ab 2019 zu einem „Langen Tag der Stadtnatur“ einladen. Dieser wird seit 2007 in Berlin veranstaltet, inzwischen findet er auch in vielen weiteren deutschen Städten statt.

Bereits im April 2017 hatte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) eine CDU-Anfrage zum Aufwand der Stadt Kassel für den Tag der Erde beantwortet. Danach unterstützt das Umwelt- und Gartenamt personell die Organisation. Im Schnitt würden dafür rund 25 Prozent einer halben Stelle aufgewendet, das entspreche rund 10 750 Euro. Die Leistungen des Bauhofs umfassen laut Nolda die Einrichtung von Halteverbotszonen und Depots, die Verladung und den Transport von Beschilderungen und Absperrungen sowie den Abbau, Abtransport und die Wiedereinlagerung. 

Die Kosten seien von Lage, Infrastruktur und Größe abhängig. Bei der größten Veranstaltung 2016 unterstützten die Städtischen Werke den Tag mit knapp 2900 Euro für Inbetriebsetzung, Material, Arbeitsstunden, Strom und Wasser aus Sponsoring-Mitteln. Weitere Leistungen oder Zahlungen der Stadt an den Verein Umwelthaus gebe es nicht, betonte Nolda.

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