5. Hessischer Tag der Nachhaltigkeit 

Schüler bauen ein neues Zuhause für Insekten

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Eifrig am Werk: Gemeinsam mit Anja Neubauer vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (links) bauten die Schüler (von links) Moritz, Benedict und Janina ein Insektenhotel.

Kassel. Zum 5. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit fanden wieder in und um Kassel einige Veranstaltungen statt. 

Eifrig spachteln Moritz und Benedict selbst gemachten Lehm um die Stöckchen, die sie zuvor gesammelt haben. Maya sorgt dafür, dass Lehm nicht ausgeht. Und Janina bohrt mit der Bohrmaschine Löcher in dicke Äste. Die Kinder und weitere Fünftklässler der Ahnatalschule Vellmar sind auf dem Gelände des Kinder- und Jugendbauernhofs am Wesertor ganz schön beschäftigt: Gemeinsam mit Anja Neubauer, Bildungsreferentin beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), bauen sie Insektenhotels.

Damit wollen sie einen kleinen Beitrag leisten, um die Vielfalt der Insekten zu erhalten und um auf Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen. Wie viele Projekte, die am 5. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit in und um Kassel und in ganz Hessen auf die Beine gestellt wurden.

„Wir möchten gerne zeigen, wie Kinder die Natur so behandeln können, dass auch noch ihre Kinder und Enkelkinder gut darin leben können“, sagt Neubauer. Mit Sorge beobachte sie das Insektensterben. „Unter anderem werden immer mehr Flächen in den Städten versiegelt und auch Gärten werden mit Kies zugeschüttet.“

Dabei sei es einfach, den Insekten etwas Gutes zu tun. Dafür müsse man nicht einmal etwas kaufen. „Schon wenn man Totholz im Garten liegen lässt, finden Insekten ein neues Zuhause“, erklärt Neubauer.

Auch die Schülerin Marla hält Nachhaltigkeit für sehr wichtig. „Ich habe mich auch schon vorher mit dem Thema beschäftigt. Nächstes Jahr bekommen wir deswegen zu Hause einen Bienenstock“, erzählt sie.

Ein Insektenhotel behält die Ahnatalschule, die anderen werden im Landwirtschaftszentrum des LLH Eichhof in Bad Hersfeld aufgestellt.

Auch die Schüler der Freien Waldorf-Schule Kassel gehen am Tag der Hessischen Nachhaltigkeit raus, um mitanzupacken. Mit Säge, Hammer und Drahtzäunen stapfen die Schüler mit Schulleiter Ulf Liebmann, Biologielehrerin Sigrid Seidel und Förster Wolfgang Schmidt durch den Habichtswald, um den ihn kennenzulernen und die Bäume zu pflegen. Jungwuchs soll von Ästen befreit werden, die durch den Sturm Friederike heruntergerissen wurden.

Unterwegs im Habichtswald: Schulleiter der Freien Waldorf-Schule Kassel Ulf Liebmann (von links), Lehrerin Sigrid Seidel, Schüler Silas Vogler und Förster Wolfgang Schmidt pflegten Jungwuchs.

„Alles, was mit eigenen Händen geschafft wurde, prägt“, sagt Uwe Zindel, Forstamtsleiter des Forstamts Wolfhagen. Deswegen sei es so wichtig, Jugendlichen die Natur und damit auch die nachhaltige Entwicklung näher zu bringen.

Schon vor 40 Jahren entstand die Kooperation zwischen Schule und Forstverwaltung, um den Schülern bei einem 14-tägigen Praktikum zweimal jährlich den Wald näher zu bringen. In dieser Zeit haben die rund 2400 Schüler schon über 20 000 Bäume gepflanzt.

„Das ist eine riesige Leistung“, lobt Schmidt und betont: „Die Schüler machen das nicht für jemand anderen, sondern für sich.“ Jederzeit könnten sie in den Wald kommen und sehen, was sie geschafft haben.

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