Tag des Nickerchens

Schlafen Sie gut: Darum sollten Sie jetzt im Büro ein Nickerchen machen

Kassel. Wer tagsüber 15 bis 20 Minuten schläft, steigert seine Leistungsfähigkeit. Ein Kasseler Schlafmediziner erklärt zum Tag des Nickerchens, warum der Mittagsschlaf so wichtig ist.

Nach dem Mittagessen haben wir alle einen Knick in unserer Wachheitskurve, sagt Prof. Dr. Martin Konermann, Ärztlicher Direktor für Schlafmedizin am Marienkrankenhaus in Kassel. „Wir nennen das den Siesta-Knick.“ Wer ihm nachgibt, kann seine Leistungsfähigkeit enorm steigern: Er fühlt sich munterer, leistet mehr und kann besser denken. „Alle Vitalfunktionen werden kurzfristig regeneriert.“ 

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Menschen mit Schlafproblemen sollten vom Mittagsschlaf absehen. „Der Mittagsschlaf kann den Schlafdruck am Abend reduzieren“, so Konermann. Wer ein Problem mit dem Schlafen hat, läuft nach einem Nickerchen also Gefahr, am Abend noch schlechter einzuschlafen.

Menschen mit gesundem Schlaf hingegen profitieren davon, tagsüber zu schlummern. Das wusste schon der Künstler Salvador Dalí. „Er hat im Sitzen mit einem Teelöffel in der Hand geschlafen“, erzählt Konermann. Sobald Dalí zu tief einschlief, fiel der Löffel zu Boden und weckte ihn durch das Geklapper. Wichtig ist es nämlich, nicht zu lang und zu tief zu schlafen. Doch wie genau sieht denn eigentlich das gesunde Nickerchen aus?

Mittagsschlaf: Wie lange sollte ein Nickerchen sein?

Ein Mittagsschlaf sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten sein. Wer länger als 25 Minuten schläft, kommt in die Tiefschlafphase. Wird er hieraus geweckt, fühlt er sich gerädert und müder als zuvor. Reichen 20 Minuten nicht aus, sollte man gleich 90 Minuten schlafen. Dann nämlich ist ein kompletter Schlafzyklus durchlaufen. „Leider ist ein so langer Mittagsschlaf im Alltag meist nicht möglich“, sagt Konermann.

In welcher Position sollte man schlafen?

Für ein Nickerchen braucht es kein Bett. Schon ein Bürostuhl ist ausreichend: Lehnen Sie sich einfach zurück und schließen Sie die Augen. „Ich bin ein absoluter Verfechter davon, den Mittagsschlaf vor allem für Büromenschen einzuführen“, so Konermann.

Wann sollte man ein Nickerchen machen?

Der beste Zeitpunkt für ein Nickerchen ist nach dem Mittagessen, etwa um 13.30 oder 14 Uhr. „Zu dieser Zeit gähnen wir alle“, so der Schlafmediziner.

Mittagsschlaf für Erwachsene: Kann man das lernen?

Wer 14 Tage lang mittags immer wieder die Augen für ein paar Minuten zumacht, gewöhnt sich nach und nach an den neuen Rhythmus. Außerdem muss man gar nicht fest einschlafen: Schon allein das Dösen reicht aus, damit wir uns anschließend fitter fühlen.

Prof. Dr. med. Martin Konermann ist 62 Jahre alt und wohnt in Kassel. Am Marienkrankenhaus ist er Ärztlicher Direktor Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin, Schlafmedizin und Somnologie.

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