Häufigste Fehler: Schuhe und Rucksack

Tag des Wanderns: Mit diesen Tipps kommen Sie immer gut an

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Die Region ist ein Wanderparadies: Zum Beispiel auf dem Habichtswaldsteig.

Die einen sagen, Wandern sei in, für die anderen ist es nie aus der Mode gekommen. Jedenfalls wird gerade gewandert wie verrückt. Zum Tag des Wanderns geben wir wichtige Tipps.

Die richtige Kleidung entscheidet darüber, ob die Wanderung ein Genuss oder eine Qual wird. Wanderexperte Daniel Laube gibt Tipps, was sowohl Anfänger als auch Wanderprofis bei ihren Touren anziehen sollten.

Die Regenjacke

Es passiert nicht selten – vor allem in den Alpen –, dass sich der Himmel von der einen auf die andere Sekunde zuzieht und es wie aus Eimern schüttet. Eine Regenjacke gehört also immer ins Gepäck, egal, was die Wettervorhersage am Morgen prognostiziert hat. Und welche Anforderungen muss so eine Regenjacke erfüllen? Wasserdichtigkeit natürlich. Deshalb ist in den Stoff eine richtige Membran eingearbeitet, die Feuchtigkeit zwar heraus, aber nicht herein lässt. Wichtig ist es, die Jacke vor der Tour mit einem speziellen Spray zu imprägnieren.

Tipp: Je häufiger man die Jacke wäscht, desto besser. So werden die Poren gesäubert und die Membran kann wieder funktionieren.

Die Wanderstöcke

Wer Wanderstöcke richtig einsetzt, für den sind sie eine enorme Entlastung – und zwar vor allem wegen der Kniegelenke. Bergab kann man sie zur Unterstützung dort aufsetzen, wo man anschließend hintreten möchte. Bergauf geht es mit Stöcken übrigens schneller und außerdem werden so Arme und Schultern mittrainiert.

Tipp: Die Wanderstöcke sollten auf jeden Fall die richtige Länge haben. Bergab müssen sie immer länger gestellt werden, damit man keinen Katzenbuckel macht. So gibt es auch keine Rückenschmerzen.

Wanderexperte Daniel Laube

Die Fleecejacke

Wanderer sollten sich nie zu warm anziehen. Bei Bewegung wärmt sich der Körper von ganz allein auf. Schon nach ein paar Metern muss man meistens die erste Lage ausziehen und schwer mit sich herumschleppen. Am besten eignet sich daher eine Fleecejacke. Die transportiert Feuchtigkeit nach außen, speichert die eigene Körperwärme und ist im Rucksack platzsparend.

Tipp: Bei Fleecejacken gilt nicht: je dicker, desto besser. Manchmal ist eine herausnehmbare Fleecejacke in die Regenjacke eingearbeitet.

Die Wanderhose

Eine Wanderhose sollte am besten nicht so eng sitzen. So ist noch genug Spielraum da, falls es auf dem Weg eine kleine Kletterpassage gibt. Wanderhosen trocknen außerdem schnell und sind widerstandsfähiger als eine normale Hose. Beim Wandern geht es schließlich nicht selten auch mal durch Gestrüpp.

Tipp: Einige Hosen kann man zippen, also in der Länge variieren. Trotzdem sollte dabei nicht nur auf die Temperatur geachtet werden. Lange Hosenbeine können nämlich auch schützen.

Die Wanderschuhe

Das richtige Schuhwerk ist die wichtigste Anschaffung beim Wandern. Auf unbefestigten Wegen geben Wanderschuhe Halt im Knöchelbereich und verhindern leichtes Umknicken. Außerdem ist das Profil der Sohle gröber als beispielsweise bei normalen Sportschuhen. Vor der Tour sollten nicht nur die Regenjacke, sondern auch die Schuhe imprägniert werden. So kann man ohne Probleme durch flache Bachbetten gehen. Wanderschuhe müssen etwas größer sein als normale Schuhe. Beim Bergablaufen stößt man sonst vorn an.

Tipp: Es gibt auch Wandersocken. Die sind gepolstert und verhindern Blasen an den Füßen.

Der Rucksack

Auch beim Rucksackpacken muss eine Menge beachtet werden. Kompliziert wird es aber erst bei mehrtägigen Touren. Denn da gilt: Alles dabei haben und doch so wenig wie möglich mitnehmen.

Für eine Tagestour reiche aber ein 25-Liter-Rucksack völlig aus, sagt Wanderexperte Hans Deutschl. „Es gibt aber ein paar Standarddinge, die auch bei einer Tageswanderung dabei sein sollten.“

Und das wäre? „Ganz wichtig ist ausreichend Flüssigkeit“, sagt Deutschl. Die meisten nehmen eine Flasche mit. Eine Alternative seien Trinkblasen, deren Schlauch aus dem Rucksack zum Trinken bereit über der Schulter hängen kann. „Außerdem sollte man immer so etwas wie einen Energieriegel dabei haben.“

Auch wenn sich viele auf ihr Handy verlassen – eine richtige Wanderkarte darf nicht fehlen. „Der Akku kann schließlich immer leer sein“, gibt Deutschl zu bedenken. Sinnvoll sei zudem ein Kompass zur Orientierung. Und falls mal jemand umknickt, eine Blase am Fuß bekommt oder sich das Knie aufschürft, ist ein Erste-Hilfe-Kit mit Pflastern, Mullbinden und Desinfektionsspray hilfreich.

Wandern ist wie Meditation

Wer schon mal auf einem Gipfel stand, die kühle Bergluft und das atemberaubende Panorama genießen durfte, der weiß, warum Wandern zur absoluten Trend-Sportart geworden ist. Auch die Kasseler Vereine, die zahlreiche Touren in der Region anbieten, merken: Das Interesse ist riesig geworden.

Kein Wunder für Manfred Hesse, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV) der Sektion Kassel und Geschäftsführer des Kletterkogels (Outdoor-Ausrüster). Schließlich sei das Wandern eine fast schon meditative Tätigkeit. „Beim Gehen kommt man ins Gespräch. Es ist ein sanftes Ausdauertraining, stärkt die Bein- und Rumpfmuskulatur und macht den Geist frei“, sagt er. Die Müdigkeit nach einer Wandertour sei eine ganz andere als die nach einem stressigen Arbeitstag. „Man fühlt sich trotzdem ausgeruht und erholt.“

Das bestätigt auch Dieter Hankel vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein Kassel (HWGV): „Wandern ist wie eine Entdeckungstour. Es macht einfach Spaß sich Ziele zu setzen und die zu Fuß zu erreichen.“ Allerdings – und da sind sich wohl alle Wanderexperten einig – gibt es eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Tour: Geeignetes Schuhwerk.

„Das ist der größte Anfängerfehler bei den meisten“, bemerkt Hans Deutschl, Mitarbeiter im Kletterkogel. Auch auf breiten Schotter- oder Waldwegen wie in Nordhessen können einem Turnschuhe schnell zum Verhängnis werden. Die Gefahr umzuknicken und sich Blasen zu laufen sei einfach zu groß. Die Schuhe sollen den Fuß stützen, dürfen nicht zu klein, und nicht zu groß sein. Deshalb gilt: Vor einem echten Bergurlaub müssen sie Zuhause eingelaufen werden – und zwar mehrfach.

Und worauf sollten Wanderanfänger noch achten? „Nicht zu viel vornehmen. Einen Schritt nach dem anderen“, rät Hankel. Bevor man Klettersteige im Hochgebirge anstrebe, sollte man sich an das Hobby erst herantasten. Das ginge in der Region gut, sagt auch Deutschl.

Dass Leute zu viel wollen, erkennt man laut Deutschl schon am Gewicht des Rucksacks. Oftmals packen Anfänger zu viel ein und schnallen das Gepäck dann nicht richtig am Körper fest. „Je schwerer der Rucksack wird, desto wichtiger ist es, das Gewicht auf die Hüften zu verlagern, und nicht auf die Schultern.“

Die Leistung sollte beim Wandern aber sowieso nicht im Vordergrund stehen. „Pausen sind genauso wichtig wie das Gehen“, sagt Deutschl. Wanderer sollen sich auch oft genug hinsetzen und genießen. „Eine ordentliche Brotzeit gehört nun mal dazu.“

Geführte Touren

Am Tag des Wanderns an diesem Montag werden diese Touren in der Region angeboten:

• After-Work-Wanderung am Hohen Gras, Treffpunkt 17 Uhr an der Bushaltestelle Hohes Gras. Einkehr am Schießstand Silbersee. Bis 21 Uhr.

• Abend-Waldwanderung, 8 km, Treffpunkt 18.30 Uhr am TSV-Klubheim Fuldatal (Grebenstraße 30).

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