Trick mit gestohlenen Kennzeichen – Zwei junge Kasseler zu Bewährungsstrafen verurteilt

Tankbetrug mit Mamas Auto

Kassel. Mit Mamas Auto ging es los: An einem Firmenwagen in der Otto-Hahn-Straße habe er Nummernschilder abgeschraubt, sie bald an Mutters Wagen befestigt und sei dann so in Lohfelden tanken gefahren – ohne zu bezahlen, berichtete ein 24-jähriger Kasseler gestern dem Amtsgericht.

„Ich war arbeitslos damals. Man ist viel rumgefahren - hatte nichts zu tun. Und da kommt man auf dumme Ideen“, sagte er über die Gründe seines Handelns – damals im Sommer 2012. Weil die Sache einmal klappte, habe er weitergemacht. Nach sechs Wochen stand die Polizei vor der Tür. Und seit gestern ist der Kasseler zu einer 14-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Sein Kumpel, ein 23-jähriger Kasseler, der in jenem Sommer ebenfalls das Kennzeichen-Abschrauben und das betrügerische Tanken betrieb, wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Den beiden jungen Männern wurde zur Auflage gemacht, die verursachten Schäden wiedergutzumachen. Dazu hatten sie sich zuvor schon selbst bereit erklärt.

1800 Euro Schaden

Betroffen waren Tankstellen in Kassel, Lohfelden, Edermünde und Wabern. Insgesamt wurde der - wegen Diebstahlsdelikten bereits vorbestrafte - 24-Jährige des elffachen Tankbetrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung sowie des achtfachen Kennzeichen-Diebstahls schuldig gesprochen. Bei seinem Kumpel waren es weit weniger Fälle.

Zum Teil waren die beiden zeitgleich an Tankstellen zum Zapfen vorgefahren und dann geflohen, ohne zu zahlen. Benzin für rund 1800 Euro sei bei ihren Taten geflossen, hatte die Staatsanwaltschaft ausgerechnet. Sie hätten den Sprit einfach verfahren, berichteten die jungen Männer.

„Es war ganz einfach Dummheit“, sagte der 23-Jährige dazu. Auch er war teils mit Mamas Wagen unterwegs gewesen – manchmal auch mit dem von anderen Verwandten. Der 24-Jährige hatte teils auch einen Leihwagen genutzt.

Ein dritter junger Mann, der gestern zeitweilig ebenfalls auf der Anklagebank saß, konnte das Gericht unverurteilt verlassen. Ihm war Hehlerei zur Last gelegt worden, weil er geklautes Benzin in einem Kanister erhalten hatte. Dass er den Verdacht gehabt habe, dass „da was nicht passt“ - räumte er gestern ein. Zugleich betonte er, er habe für den Sprit nichts zahlen müssen – was die beiden anderen bestätigten.

Urteil wurde akzeptiert

Gegen diesen dritten jungen Mann wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Zahlt er binnen sechs Monaten 300 Euro an eine gemeinnützige Stiftung, ist die Sache vom Tisch. Die beiden anderen jungen Männer nahmen ihr Urteil gestern sofort an – in Abstimmung mit Verteidiger und Verteidigerin, obwohl die niedrigere Strafen gefordert hatte.

Von Katja Schmidt

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