Kasseler Tankstellen-Räuber warf Teil der Beute weg

Solche Kasseneinlagen voll mit Kleingeld nahm der Tankstellen-Räuber bei seinem Überfall mit. „Auf seiner Flucht warf er die Münzen einfach weg“, erzählt Achim Sondermann, Pächter der TC-Tankstelle am Kasseler Kreisel. Auch sein Mitarbeiter Enrico Semmler kann über solch ein Täter-Verhalten nur den Kopf schütteln. Foto:  Naumann

Kassel. Es hat sich nicht wirklich gelohnt für den Täter, der in der Nacht zum Montag die TC-Tankstelle an der Leipziger Straße nahe des Kasseler Kreisels überfallen hat. Einen Teil der Beute warf der Mann außerdem einfach weg.

470 Euro nahm er mit, 116 aus der Tankkasse, 354 Euro aus der Lottokasse. „Inzwischen sind aber schon wieder 104 Euro aufgetaucht“, sagt Pächter Achim Sondermann, der nur den Kopf über das seltsame Verhalten des Räubers schütteln kann.

Was war passiert? Gegen 4.12 Uhr betrat der Täter - das Gesicht verhüllt mit Kaputze und Schal - den Verkaufsraum der Tankstelle. Zunächst hielt er sich vor dem Getränkeregal auf, weil die Angestellte gerade im Lagerraum arbeitete. Als sie zurück zur Kasse ging, kam der Täter auf den Tresen zu, zog eine Schusswaffe und forderte Bargeld.

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Die 41-Jährige - sie kam mit dem Schrecken davon - ließ nichts anbrennen und händigte dem Täter das Geld aus - mitsamt der Kasseneinsätze. Es war also auch viel Kleingeld dabei. Der Bewaffnete packte alles ein, verließ die Tankstelle und flüchtete mit seiner Beute in Richtung Messeplatz.

104 Euro wiedergefunden

„Doch dann wird’s komisch“, sagt Sondermann. Kaum hatte der Täter die Tankstelle verlassen, begann er das ganze Kleingeld wegzuwerfen. „Die ganzen Münzen waren ihm wohl zu hinderlich“, vermutet der Pächter.

Tatsächlich suchten Polizeibeamte noch am Morgen den benachbarten Abstellplatz für Anhänger ab und fanden einen Teil des Wechselgeldes wieder - „eben 104 Euro“, sagt Sondermann, der nicht wissen will, wieviel Kleingeld jetzt noch irgendwo verteilt im Gebüsch liegt. „Wenn der Regen nachlässt, werde ich mal nachschauen“, sagt er.

Täter trug keine Handschuhe

Über so viel Unvermögen kann Sondermann nur lachen. „Wenn ich doch Geld raube und einige Jahre Knast riskiere, dann nehm’ ich doch alles mit“, sagt der Tankwart. Zudem habe der Täter noch nicht einmal Handschuhe getragen. So hofft er nun, dass ihn Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf den Kasseneinsätzen überführen werden.

„Gibt es diese Spuren, nutzen wir natürlich alle Mittel, um den Täter zu finden“, sagt Polizei-Sprecher Wolfgang Jungnitsch, der in diesem Fall von einer Einzeltäterschaft ausgeht. „Fälle wie diese gibt es immer wieder an Kasseler Tankstellen“, ergänzt er, eine Häufung sei derzeit aber nicht zu beobachten.

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