Neue Gutachten sollen Angeklagten entlasten

Tankstellenüberfälle: Urteil erst im Februar

Kassel. Im Prozess um eine Serie von Tankstellenüberfällen im Raum Kassel, Felsberg und Wabern ist ein Urteil nicht vor Februar 2014 zu erwarten. Grund dafür sind acht Beweisanträge, die Verteidiger Michael Schenk gestern im Namen des 29-jährigen Angeklagten stellte - und denen die Kammer nun nachgehen will.

Der 29-Jährige bestreitet, sechs der ihm zur Last gelegten Raubtaten begangen zu haben. Nur einen siebten Fall räumt er ein: Damals, im Januar 2013, hatte sich der Überfallene mit einem Messer zur Wehr gesetzt und den Angeklagten verletzt, der dann ohne Beute floh.

Überwachungsvideos

Zur weiteren Aufklärung der ersten sechs Fälle sollen nun sechs anthropologische Gutachten eingeholt werden. Die Körpermaße des Angeklagten sollen dabei mit denen des maskierten Täters verglichen werden, der auf Überwachungsvideos aus den Tankstellen zu sehen ist. Der Vergleich werde zeigen, dass der 29-Jährige nicht der Täter sein könne, heißt es im Antrag der Verteidigung.

Die anderen Beweisanträge betreffen allein den ersten Überfall im Juli 2012 in Ihringshausen: Einer zielt auf ein Alibi.

Der zweite soll den Nachweis erbringen, dass der Täter auf dem Überwachungsvideo nicht, wie in einem Polizeivermerk behauptet, die Jacke trägt, die bei späteren Taten gesehen wurde. Ein Kriminalbeamter hatte am Mittwoch eingeräumt, dass ihm in diesem Punkt wohl ein Fehler unterlaufen sei.

Zunächst geschwiegen

Der 29-Jährige hatte drei Prozesstage lang zu den Vorwürfen der Anklage geschwiegen. Am Mittwoch hatte er, wie berichtet, dann angegeben, er habe mit den ersten sechs Überfällen nichts zu tun, aber eine Vermutung, wer der Täter sein könne.

Er berichtet auch, dieser Mann und er hätten einmal auf einem Dachboden im Kasseler Norden ein Depot mit Kleidung und einer Softair-Waffe gehabt. Den genannten Dachboden ließ das Gericht gestern von der Polizei durchsuchen. Die gesuchten Gegenstände wurden nicht gefunden.

Weitere Verhandlungen

Die anthropologischen Gutachten könnten nicht vor Ende Januar fertig werden, nahm die Kammer gestern an. Bis dahin muss spätestens alle drei Wochen verhandelt werden, damit der Prozess nicht platzt. Als vorerst letzter Verhandlungstag wurde der 7. Februar angesetzt.

Von Katja Schmidt

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