Verkauf boomt dank Corona

Tannenbäume in Kassel gefragt wie nie

Verkauft in diesem Jahr mehr Weihnachtsbäume als sonst: Karin Sippel verpackt am Samstag eine Nordmanntanne für Stammkunde Stefan Sotzek.
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Verkauft in diesem Jahr mehr Weihnachtsbäume als sonst: Karin Sippel verpackt am Samstag eine Nordmanntanne für Stammkunde Stefan Sotzek.

Der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt findet – wie so vieles in diesem Jahr – nicht statt. Wir wollen hier trotzdem vorweihnachtliche Gefühle vermitteln.

Kassel – Ist der Weihnachtsbaumverkauf in diesem Jahr anders als in der Vergangenheit? „Ja“, antwortet Karin Sippel wie aus der Pistole geschossen. „In diesem Jahr sind 37 Jahre Statistik über den Haufen geworfen worden.“ Seit so vielen Jahren verkauft Karin Sippel jedes Jahr Weihnachtsbäume auf dem Gelände von Holz Jordan in der Horst-Dieter-Jordan-Straße in Niederzwehren. „Der Verkauf hat in diesem Jahr schon viel früher begonnen, und wir verkaufen auch mehr Bäume als sonst.“ Die ersten Bäume habe sie schon am Samstag, 5. Dezember, verkauft, sagt Sippel.

Der Grund für den starken Absatz liegt für Karin Sippel auf der Hand: Viele Menschen, die früher über Weihnachten in den Urlaub gefahren sind, müssen in diesem Jahr zu Hause feiern. Und da muss ein Baum her. „Ich sehe hier viele Gesichter, die ich noch nie gesehen habe“, so die Unternehmerin, die ihre Bäume frisch geschlagen aus dem Sauerland bekommt. Eins habe sich in diesem Jahr allerdings nicht geändert: Die Nordmanntanne werde nach wie vor am meisten nachgefragt.

Solch eine Nordmanntanne hat sich auch Stammkunde Stefan Sotzek aus Kasel am Samstag ausgesucht. Er lässt sich den Baum – wie jedes Jahr – von Karin Sippel nach Hause liefern. Das gehört hier zum Service. Die Preise seien trotz der großen Nachfrage nicht gestiegen, sagt Sippel. Im Gegenteil: Wegen der reduzierten Mehrwertsteuer seien sie sogar noch ein bisschen günstiger als vor einem Jahr.

Ob mehr Bäume als in den Vorjahren verkauft werden, mag Jürgen Völlmecke, Verkaufsleiter beim Gartencenter Meckelburg in Fuldabrück, nicht beurteilen. „Wir verkaufen jedes Jahr viele Bäume.“ Hinzu komme die Konkurrenzsituation. Nebenan beim Bauhaus und auf dem Gelände von Möbel Höffner würden ebenfalls Bäume angeboten.

Allerdings sei am Montag und Dienstag vergangener Woche die Hölle los gewesen. „Wir hatten einen Run auf Bäume, der schon grenzwertig war“, so Völlmecke. Obwohl bekannt gewesen sei, dass der Weihnachtsbaumverkauf auch noch nach dem Lockdown stattfinden darf, seien sehr viele Menschen in das Gartencenter gekommen, um noch schnell einen Baum zu ergattern. Bei Meckelburg werden die Tannen noch bis zum 23. Dezember angeboten.

Fast wie im Wald: Jürgen Völlmecke (Meckelburg) verkauft Weihnachtsbäume bis zum 23. Dezember.

Auch diese Bäume werden im Sauerland geschlagen. „Kurze Wege sind wichtig. Wenn die Bäume zum Beispiel aus Dänemark kommen und lange Transportwege haben, dann trocknen sie schneller aus“, so Völlmecke. „Ein Weihnachtsbaum sollte zu Hause schon vier Wochen halten.“ Um das zu erreichen, sei es wichtig, ihn mit Wasser zu versorgen und nachts die Temperaturen im Wohnzimmer zu senken.

Was passiert eigentlich mit den ganzen Pflanzen, die jetzt bei Meckelburg nicht mehr verkauft werden können. „Die spenden wir an Altenheime“, so Völlmecke. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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