Öffentlicher Dienst: Personalkosten in Kassel steigen um 20 Milionen Euro

Kassel. Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst bedeutet für die Stadt Kassel und die Betriebe in kommunaler Trägerschaft 20 Mio. Euro an zusätzlichen Personalkosten pro Jahr.

Allerdings wird die volle Höhe der Mehrkosten erst ab August 2013 erreicht, wenn die dritte und letzte Stufe der Tarifsteigerung um 6,3 Prozent erreicht ist. Den größten Brocken muss das Kasseler Klinikum schultern, dass für seine 4200 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst jährlich sieben Mio. Euro mehr zahlen muss.

Die Klinikum-Mitarbeiter sollten an der positiven Lohnentwicklung teilhaben, sagte Birgit Dilchert, Personalvorstand der Gesundheit Nordhessen Holding. Gleichzeitig stelle die Tarifeinigung die unterfinanzierten Krankenhäuser vor große Probleme. Die Einnahmen der Krankenhäuser dürften wegen gesetzlicher Vorgaben 2012 nur um ein Prozent steigen. Deshalb könne die Tarifsteigerung nicht aufgefangen werden. Die Orthopädische Klink, die ebenfalls in kommunaler Hand ist, muss 390 000 Euro mehr tragen.

Auch die Stadtkasse ist betroffen. Sie wird ab 2014 mit fünf Mio. Euro zusätzlichen Personalkosten im Vergleich zu 2011 belastet. „Aus finanziellen Gründen wäre es besser gewesen, wenn der Abschluss für die 1860 Mitarbeiter der Stadtverwaltung niedriger ausgefallen wäre“, sagt Rathaus-Sprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. In unerwartete Schwierigkeiten bringe er die Stadt aber nicht. Für den laufenden Haushalt sei mit Lohnsteigerungen in ähnlicher Höhe kalkuliert worden.

Hinzu kommt die Mehrbelastung der städtischen Eigenbetriebe: Die 1900 Mitarbeiter bei KVG und Städtischen Werken erhalten nach der letzten Tarifstufe jährlich 6,6 Mio. Euro zusätzlich. Die Stadtreiniger müssen knapp eine Mio. Euro mehr an ihre 360 Beschäftigten zahlen. Vor allem die Müllwerker profitieren von der Erhöhung kaum. Bei vielen schlägt der Abschluss mit weniger als 100 Euro brutto zu Buche.

Von Bastian Ludwig

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