Bei der Firma Verpackungslogistik Kassel demonstrierten 340 Beschäftigte für bessere Bezahlung

Tarifvertrag für VW-Dienstleister soll her

Gegen prekäre Arbeitsverhältnisse: Mit Sprechchören, Fahnen und Transparenten zogen etwa 340 Beschäftigte des Volkswagen-Dienstleisters VLK rund um das Firmengelände an der Heinrich-Hertz-Straße im Industriepark Waldau. Foto:  Koch

Kassel. Bei der Firma Verpackungslogistik Kassel (VLK) im Industriepark Waldau haben am Dienstag drei Viertel der 460 Beschäftigten für einen Haustarifvertrag demonstriert. Die Firma ist als Logistikdienstleister ausschließlich für VW in Baunatal tätig.

Im Verlauf einer Betriebsversammlung formierten etwa 340 Teilnehmer gegen 13 Uhr einen Demonstrationszug, der unter Pfiffen und Sprechchören das Firmengelände umrundete. Bei VLK arbeiten größtenteils Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte für 7 bis 8 Euro pro Stunde. Sie verdienen somit 30 bis 40 Prozent weniger, als der Tarifstundenlohn von 11,17 Euro vorsieht, kritisiert die Gewerkschaft Ver.di.

Zudem würden die Teilzeitkräfte regelmäßig auf Überstundenbasis doppelt so viele Monatsstunden leisten, wie in ihren Arbeitsverträgen stehe. Einerseits lebten diese Mitarbeiter mit ständiger Angst, die für den Lebensunterhalt nötigen Überstunden auch zugeteilt zu bekommen. Andererseits werde ihr Urlaubsanspruch nur nach der Stundenzahl auf dem Papier bemessen. „Man kann sagen, dass es sich beim überwiegenden Teil der Belegschaft um prekäre Beschäftigungsverhältnisse handelt“, sagte Gewerkschaftssekretär Roland Blumenauer.

Seit Sommer gibt es nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Monika Jäger Gespräche mit der Firmenleitung über die Anerkennung von Tarifvertragsregelungen. Darüber hatte sich im April auch der VW-Transportpartner Rudolph Logistik mit der Gewerkschaft geeinigt.

Bei VLK aber „bewegt sich da bisher nichts“, sagte Betriebsrätin Jäger. „Deshalb machen wir jetzt Druck und zeigen auch nach außen, dass es bei VW-Partnern in Nordhessen nur noch bei uns solche Arbeitsbedingungen gibt.“ Falls erforderlich, sei die Belegschaft auch auf Streiks eingestellt.

Von der VLK-Geschäftsleitung war gestern keine Stellungnahme zu den Forderungen zu erhalten. (asz)

Von Axel Schwarz

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