Auch Innenstadt oft Tatort

Taschendiebe greifen öfter in Zügen zu: 20 Prozent mehr Fälle

Kassel. Ferienzeit ist Reisezeit – und Saison für Taschendiebe: In Zügen und auf Bahnhöfen im Raum Kassel greifen immer öfter Kriminelle zu.

Die Bundespolizei hat im ersten Halbjahr 2015 bereits 100 Taschendiebstähle im Revier Kassel registriert (Stadt und Kreis Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg). Das sind fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Im gesamten Jahr 2014 wurden 170 Fälle registiert. Der deutliche Anstieg ist nicht nur in Kassel, sondern bundesweit zu beobachten.

Die Diebe nutzen oft einen Moment der Unaufmerksamkeit, um in das Handgepäck der Reisenden zu greifen. Dabei haben sie es auf Geld, EC- und Kreditkarten, Mobiltelefone und andere Wertgegenstände abgesehen. Neben Gelegenheitstätern sind nach Angaben von Bundespolizeisprecher Klaus Arend auch professionelle Banden am Werk. Diese seien mitunter europaweit auf Diebestour unterwegs.

Die Deutsche Bahn sei sich des Problems bewusst, sagte eine Sprecherin: Man arbeite eng in der Prävention mit der Bundespolizei zusammen. Mit Durchsagen auf den Bahnhöfen appelliere man an Reisende, ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

Weil die Opfer die Diebstähle meist erst später bemerken und Tatort und Tatzeit nicht genau benennen können, hat die Polizei kaum Ermittlungsansätze. Die Aufklärungsquote bei Taschendiebstählen liegt im einstelligen Bereich.

Auch jenseits von Bahnhöfen ist die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während 2010 noch 211 Fälle in der Stadt Kassel registriert wurden, waren es im vergangenen Jahr 346. Das enspricht einem 60-prozentigen Anstieg in diesem Zeitraum. Im Landkreis gab es zuletzt 29 Taschendiebstähle. Der Großteil der Taschendiebstähle passiere in der Innenstadt, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. „Die Täter tummeln sich dort, wo viele Menschen unterwegs sind und sich im Gedränge Gelegenheiten bieten.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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