documenta-Halle

Tattoomenta in Kassel: „Man gewöhnt sich nicht an die Schmerzen“

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Ein Blickfang: Makani Terror aus Berlin ist ein Tattoo-Model. Die 27-Jährige, die fast überall am Körper tätowiert ist, sagt, dass sie sich nicht an die Schmerzen gewöhnt hat. Im Gegenteil. Jede neue Tätowierung bereite ihr mehr Schmerzen.

In der Kasseler documenta-Halle ging es an diesem Wochenende bunt zu. Mehrere tausend Menschen besuchten die Tattoomenta, die hier bereits zum zwölften Mal stattgefunden hat.

Kassel – Dass ihr ganzer Körper eines Tages mal voller Tätowierungen sein wird, das habe sie sich schon im Alter von 13 vorgenommen, sagt Makani Terror. Die 27-Jährige hat fleißig daran gearbeitet, um diesen Plan zu verwirklichen. 

„Nur meine rechte Bauchhälfte ist noch relativ jungfräulich“, sagt Terror. Die auffällige Frau mit den schwarzen Haaren ist Tattoomodel und war am Wochenende eine der Attraktionen bei der Tattoomenta in der documenta-Halle.

Terror: „Ich hätte mich lieber Love nennen sollen“

Totenkopf kommt auf den Schädel: Carlo tätowiert Michael aus Einbeck.

Gewöhnt man sich irgendwann an die Schmerzen beim Tätowieren? Makani Terror jedenfalls nicht. „Die Schmerzen werden bei jedem Mal schlimmer“, sagt die 27-Jährige. Am Hintern sei es am heftigsten gewesen. Sie lasse sich aber nicht tätowieren, weil sie Sucht nach Schmerzen habe. „Bei mir ist es die Sucht nach der Gestaltung der eigenen Persönlichkeit“, sagt Terror. Dass sie sich vor Jahren diesen Künstlernamen ausgesucht hat, bereue sie mittlerweile ein wenig. „Ich hätte mich lieber Love nennen sollen.“

Das Wort Love würde auch besser zu der Stimmung passen, die unter den vielen Menschen in der documenta-Halle herrschte. „Ich liebe die Tattoomenta, auch noch nach zwölf Jahren“, sagt Ronja Block, die die Tattoo-Messe zusammen mit ihrer Mutter Jennifer Franke zusammen veranstaltet. „Ich bin überwältigt vom Publikum. Wir haben viele begeisterte Menschen aus ganz Deutschland, aber auch ganz viele Kasseler, die nicht tätowiert sind und einfach mal schauen wollen, was wir hier so machen“, sagt Ronja Block.

„Ich bin total zufrieden“, sagt Jennifer Franke. Mehrere tausend Menschen sind ihren Angaben zufolge gekommen. Auch nächstes Jahr werde es wieder eine Tattoomenta geben. „Es gibt doch kein Kassel ohne Tattoomenta.“

Gibt es einen Trend beim Tätowieren?

Findet die Tattoomenta in Kassel super: Pixii Barker aus Österreich war zum ersten Mal dabei.

„Der Trend ist, keinem Trend zu folgen. Jeder soll das machen, worauf er Bock hat“, sagt Ronja Block. Das sieht Tätowiererin Pixii Barker, die von Österreich nach Kassel angereist ist, genauso. „Es gibt sehr viele Stile. Und jeder hat seinen eigenen Stil.“ Die Tattoomenta, bei der sie zum ersten Mal gewesen ist, findet sie jedenfalls super.

Kassel: Über 120 Tätowierer auf Tattoomenta

Um die 120 Tätowierer versorgten am Samstag und Sonntag die Menschen mit neuen Bildern auf dem Körper. Manche hatten sich im Vorfeld Termine geben lassen, andere ließen sich spontan ein weiteres Tattoo stechen. Überall surrten die Tätowiernadeln, an einigen Stellen in der Halle lag Schweißgeruch in der Luft.

Die Katze auf dem Oberarm: Robert Bold aus Göttingen tätowiert Marina aus Einbeck. Bei dem Prozedere war der Arm der Frau eingeschlafen.

Gar Angstschweiß? Den meisten Kunden schien es nichts auszumachen, ihre Haut mit Nadeln bearbeiten zu lassen. Ganz locker lag zum Beispiel Marina aus Einbeck bei Robert Bold aus Göttingen auf einer Liege. Der tätowierte ihr das Bild ihrer Katze auf den inneren Oberarm. Drei Stunden lang. Eigentlich ist das eine sehr empfindliche Stelle. Offenbar nicht so bei Marina. Sie habe keine Schmerzen. Zudem sei ihr Arm eingeschlafen.

Sandra aus Einbeck begleitete ihren jüngeren Bruder Michael zur Messe, der sich auf seinen Schädel einen Totenkopf verewigen ließ. „Das ist ein Kunstwerk“, sagt Sandra. Tätowieren habe auch etwas mit der Lebenseinstellung zu tun. Tattoos stünden auch für verschiedene Lebensabschnitte.

Botschaften in Tattoos 

Sieht aus wie ein Foto: Eine Frau trägt Mahatma Gandhi auf dem rechten Arm.

Manche Tattoos sind auch politische Botschaften. Eine Frau zeigte ihren Oberarm, auf dem Mahatma (Mohandas Karamchand) Gandhi zu sehen ist. Das Tattoo des indischen Freiheitskämpfers ist so gut gestochen, dass es wie ein Foto aussieht. Eine grandiose Arbeit. Einzigartig.

Wer Angst vor Nadeln hat, konnte sich dennoch eine Dekoration für den Körper abholen. Jana Kushboo malte mit Henna Ornamente auf Arme und Hände. „Das sind vergängliche Tattoos“, sagt die Künstlerin. Besonders beliebt bei Kindern. Nach ein bis drei Wochen sei die Farbe wieder ab.

Tattoomenta 2019 in Kassel

Tattomenta Kassel 2019DocumentahalleFoto: Schachtschneider
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