Tauch- und Wassersportclub Kassel: Vor 50 Jahren abgetaucht

Am 5. Dezember 1965: Vier Gründungsmitglieder des Tauch- und Wassersportclubs Delphin beim ersten Nikolausschwimmen des Vereins in der Fulda. Im Hintergrund ist das Regierungspräsidium zu sehen. Archivbild: Baron

Kassel. Während die meisten Deutschen 1965 Tauchen nur aus den Filmen des berühmten Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau kannten, machten sieben Männer aus Kassel ernst.

Am 6. März 1965, also vor 50 Jahren, gründeten sie den Tauch- und Wassersportclub Delphin. Es war die Zeit, als Tauchen noch kein Massensport war und es Taucheranzüge noch nicht von der Stange gab. Die Gründungsmitglieder nähten und bastelten ihre Anzüge oft selbst, erzählt Harald Föste, heutiger Tauchlehrer und Vorstandsmitglied des Vereins.

Weil Tauchen seinerzeit eine teure Angelegenheit war, haben dem Verein in den Anfangsjahren vor allem Mitglieder aus der Kasseler Geschäftswelt angehört. 50 Jahre später hat sich die Technik des Tauchers in ihren Grundzügen kaum verändert: „Im Prinzip funktioniert alles noch wie damals“, erzählt Föste. Weil es inzwischen aber überall Ausrüstung zu kaufen gebe, habe sich Tauchen zu einem Breitensport entwickelt. 80 Mitglieder zählt der Verein aktuell. In den 70er-Jahren stellten die Kasseler sogar eine Unterwasser-Rugby-Mannschaft, die aber wieder aufgelöst wurde.

Die Faszination des Tauchens liegt für Tauchlehrer Föste vor allem im Schweben im dreidimensionalen Raum. „Da kann ich von der Umwelt abschalten.“ Dies gelte nicht nur für Tauchgänge zur farbenfrohen Fischwelt des Mittelmeers oder vor den Philippinen, die der Verein schon organisiert hat. Auch das Tauchen in den Seen der Region sei reizvoll. „Wenn du hier tauchst, freust du dich über jeden Hecht oder Barsch“, sagt Cindy Frühwald, ebenfalls Vorstandsmitglied im Verein.

Herkules in 30 Metern Tiefe

In heimischen Gewässern gibt es aber nicht nur Fische zu sehen. Auf dem Grund des Edersees seien die Reste des 1914 versunkenen Dorfs Berich zu entdecken sowie Überraschungen, die andere Taucher platziert hätten. Dazu gehörten ein Miniatur-Herkules in 30 Meter Tiefe, Gartenzwerge und eine aus Kuemmerling-Flaschen gebastelte Kugel. Solche „Sehenswürdigkeiten“ seien sogar auf den Tauchplatzkarten verzeichnet.

Das Tauchen in der Fulda ist wegen des Schiffsverkehrs nicht erlaubt. Nur beim jährlichen Nikolausschwimmen und zum Zissel machen die Vereinsmitglieder eine Ausnahme und springen in den Fluss.

Die größte Gefahr für den Taucher ist die Selbstüberschätzung, sagt Vereinsmitglied Frühwald. Aus Sicherheitsgründen werde immer mindestens zu zweit getaucht. Ansonsten sei Tauchen ein sicherer Sport: In den 50 Jahren kam es im Verein noch zu keinen Tauchunfall.

Um diese auch künftig zu vermeiden, trainiert der Verein zweimal wöchentlich. Im Auebad werden für das Training Bereiche abgesperrt. Anfänger können zum Ausprobieren auch zunächst Ausrüstung des Vereins ausleihen. Derzeit baut der Verein eine eigene Jugendgruppe auf. www.twc-delphin.de

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