Themen: Claudia Roth und Kassel-Calden

Tarek Al-Wazir auf Stadtrundfahrt beim Hessentag

Kassel. Wie macht er das nur? Nach über zwei Stunden Stadtrundfahrt inklusive einer halben Stunde Aufenthalt am Herkules mit intensiven Gesprächen steigt Tarek Al-Wazir auf dem Parkplatz des Presse- und Druckzentrums der HNA taufrisch aus dem Doppeldeckerbus.

Makellos das flamingofarbene Hemd, nicht eine Schweißperle auf der Stirn des Chefs der Grünen-Landtagsfraktion. Ausgeruhte Gesichtszüge. Dabei habe er die Nacht zuvor kaum drei Stunden geschlafen. Warum, verrät er nicht.

Busunternehmer Thomas Fredrich am Steuer des ehemaligen Berliner Stadtbusses, hatte auf seinem Thermometer zuletzt 37 Grad Celsius Innentemperatur gemessen. Der Vorteil: Kassels Sehenswürdigkeiten konnten bei strahlendem Sonnenschein bewundert werden. Schnell war klar: Der gebürtige Offenbacher und die Nummer zwei auf der Landtagswahlliste der Grünen ist ein erfahrener Politprofi. Bei der HNA-Leserfahrt hatte er ein leichtes Spiel, denn ein Großteil der 60 Teilnehmer machte aus seiner Sympathie für die Grünen keinen Hehl. So wie Renigard Ries aus Willingshausen. „Man kann gar nichts anderes wählen“, schwärmte sie für die Ökopartei und ließ sich auch von dem kritischen „Na ja, na ja“ ihres Ehemanns Johann-Heinrich nicht bremsen. Ebenso wie die Schwestern Renate Distler aus Niestetal und Eleonore aus Kassel wollte sie von Al-Wazir zuallererst wissen: „Wie geht es der Grünen-Chefin Claudia Roth nach der Tränengas-Attacke in Istanbul?“ „Die ist hart im Nehmen“, meinte Al-Wazir. Die Aktion sei typisch für sie: Da muss ich helfen, da will ich hin. Jetzt sei es angebracht, gegenüber der Türkei eine klare Haltung einzunehmen, ohne sich einzumischen.

Zwischendurch der Blick aufs Blackberry-Smartphone. „Ah, Stadtbaurat Christof Nolda ist Sieger beim Wettmelken geworden“, informiert er über die neuesten Neuigkeiten vom Hessentag.

Die Stadtrundfahrt mit Tarek Al-Wazir

HNA-Aktion: Stadtrundfahrt Tarek Al-Wazir

Entsprechend den schönen nordhessischen Ansichten, die die Tourteilnehmer zu sehen bekamen, interessierten sich die meisten eher für Regionales. „Warum brauchen wir Kassel-Calden nicht?“, fragte jemand. „Der Flughafen ist jetzt leider da“, sagte Al-Wazir. Bisher seien alle Vorhersagen, etwa die Kostenexplosion betreffend, eingetroffen. Jetzt wolle man wissen, wie hoch das Defizit sei. „Aber die Regierung mauert.“ Beate Spehr-Bechinger aus Kassel wagte eine persönliche Frage: nach Al-Wazirs Visionen. „Politik ohne Visionen funktioniert nicht“, antwortete er. „Man muss sich einmischen, politisch aktiv werden, so bin ich erzogen worden.“

Von Christina Hein

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