Tiere können durch Plexiglasröhre ins Freie

Tausende fliegen aufs Naturkundemuseum: Schaukasten mit Bienenvolk ist Attraktion

Fasziniert: Emil (4) aus Homberg hat sich das Gewusel im Bienenstock des Naturkundemuseums ganz genau angeschaut.
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Fasziniert: Emil (4) aus Homberg hat sich das Gewusel im Bienenstock des Naturkundemuseums ganz genau angeschaut.

Kassel – Im Naturkundemuseum war der Andrang schon immer groß. Doch das beliebte Ausstellungshaus hat seit Kurzem 3000 bis 4000 zusätzliche Gäste. Die Honigbienen leben in einem künstlichen Bienenstock in einem Schaukasten und sind eine der neuen Attraktionen des Museums.

Kassel - Neben dem lebenden Bienenvolk gibt es in der Dauerausstellung einen neu gestalteten Bereich, der sich dem Leben der Honig- und Wildbienen widmet.

Es gab auch in der Vergangenheit schon mal ein lebendes Bienenvolk im Museum. Diese Idee wurde nun mit Imkerin und Museumsmitarbeiterin Ira Waldow reaktiviert. Dabei wollten Museumsleiter Kai Füldner und seine Kollegen aus den Problemen der Vergangenheit lernen. So wurde die Plexiglasröhre, durch die die Bienen bis zu einer Fensteröffnung nach draußen krabbeln, stabilisiert. Einst hatten sich Kinder daran festgehalten und so die Röhre abgerissen. Das Ergebnis: Dutzende Bienen flogen durch das Museum und sorgten dort für Unruhe.

Auch in diesen Tagen sorgt das große Krabbeln im Schaukasten, in dem für eine konstante Wohlfühltemperatur von 35 Grad gesorgt wird, bei vielen Kindern für teils ungebremste Begeisterung. Das Museumspersonal muss immer wieder Kinder und Eltern darauf hinweisen, das Ausflugrohr nicht als Kletterstange zu missbrauchen. Die meisten Gäste betrachten das Gewusel aber auch nur andächtig und suchen darin die Königin und die Drohnen.

Neben dem neuen Bienenstock hat das Museum die Corona-Pause auch genutzt, in der Dauerausstellung mehrere Infotafeln und Mitmachstationen zur Welt der Bienen einzurichten. Unter einem Binokular – das aktuell wegen der Corona-Hygienevorschriften nicht installiert werden darf – können auf einer Drehscheibe verschiedene präparierte Bienenarten betrachtet werden. Die Bandbreite reicht von der mehr als zwei Zentimeter langen gefleckten Kuckuckshummel bis zur nur 5 Millimeter langen Rainfarn- Maskenbiene. Auch gibt es für Kinder Rätselfragen rund um die Bienen, die Imkerei und das Leben im Bienenstaat zu lösen.

Aus- und Einflug am Steinweg: Durch diese Röhre gelangen die Honigbienen in das Museum.

„Es gibt in Deutschland ungefähr 560 Wildbienenarten. 70 bis 100 Arten kommen im Raum Kassel vor“, sagt Imkerin Waldow. Anders als die Honigbiene seien die Wildbienen stark bedroht. Sie seien davon abhängig, dass sie Pollen und Nektar bestimmter Pflanzen in ihrem Umfeld vorfinden.

Die neuen Museumsbewohner, die am Steinweg aus der Röhre fliegen, werden zum Beispiel im Garten hinter dem Ottoneum fündig. Dort hat die Stadt verschiedene Wildblumenarten gepflanzt. (Bastian Ludwig)

Service: Di, Do, Fr, Sa 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 4,50 Euro, ermäßigt drei Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

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