Von Rathaus bis Nordstadt

Tausende formten Menschenkette - Kundgebung: "Kassel ist Stadt der Toleranz"

Kassel. Gesicht zeigen gegen rechts: Am Samstagmittag gegen zwei Uhr bildeten mehr als 3500 Kasseler eine zwei Kilometer lange Menschenkette vom Rathaus bis zur Holländischen Straße in der Nordstadt. In einer Abschlusskundgebung riefen die Redner dazu auf, keine Toleranz gegenüber Intoleranz zu zeigen.

Aktualisiert um 21.00 Uhr

Mehr als Tausend Menschen versammelten sich dazu vor dem Rathaus zu einer Abschlusskundgebung. Bischof Martin Hein machte in seiner Rede deutlich: "Toleranz gegenüber Intoleranz darf es nicht geben." Er forderte Aufklärung, warum Behörden auf dem rechten Auge blind gewesen seien. Er schloss mit den Worten: "Kassel ist eine Stadt der Toleranz." Der Vorsitzende des Landesausländerbeirates, Corrado Di Benedetto, drückte der Familie Yozgats sein Mitgefühl aus. „Wir dulden in dieser Stadt keinen Rechtsradikalismus und keinen Rassismus“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen zum Abschluss vor dem Rathaus.

Menschenkette in Kassel gegen rechts.

Mit ihrer Menschenkette wollten die laut Veranstalter etwa 3500 Menschen zuvor Gesicht zeigen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit. " Es war eine vielfältige Mischung aus Jung und Alt und allen gesellschaftlichen Schichten, die sich daran beteiligt hatten. Teilweise bildeten sie Zweierreihen. Die Stimmung war gut und solidarisch. "Wir stehen ein für ein Deutschland, in dem alle ohne Angst leben und sich sicher fühlen können", lautet das Motto der Demonstranten. Für Rechtsextreme gebe es keinen Platz in der Stadt.

Fotos: Tausende Kasseler auf der Straße

Tausende Kasseler demonstrierten gegen rechts

In der Holländischen Straße 82 war 2006 der 21-jährige Kasseler Halit Yozgat ermordet worden. Nach jetziger Kenntnis war er das Opfer eines neonazistischen Anschlags, ebenso wie acht weitere Männer und eine Polizistin. An der Holländischen Straße wird ein Kranz zum Gedenken an Yozgat niedergelegt. Zur Menschenkette aufgerufen hatte eine breite Bürgerschaft: Vertreter von Stadt und Landkreis, Ausländerbeiräte, Kirchen, Parteien, Friedensinitiativen, Gewerkschaften, Schüler und Studenten. (chr/mcj)

Rubriklistenbild: © HNA/Hein

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