Uschka John von Terre des hommes beklagt Spendenrückgang und macht KSV Baunatal mitverantwortlich

Tauziehen um Fahrradbörsen

Fahrradsaison steht vor der Tür, Zweiradbörsen winken: Auch an der Theodor-Heuss-Schule kommen schon die ersten Schüler mit dem Rad. Patrick Eckhardt (links) nutzte am Freitag das schöne Wetter aus. Foto: Dilling

Baunatal. Mit einer Fahrradbörse füllt Uschka John, regionale Aktivistin der Kinderhilfsorganisation Terre des hommes, jedes Frühjahr ihren Spendentopf. Dieses Jahr sollen die Einnahmen kranken und hungernden Kindern in den von einem heftigen Sturm verwüsteten Regionen der Philippinen zugutekommen.

Doch seit einigen Jahren versucht auch die Radsportabteilung des KSV Baunatal, das Budget mit einer Radbörse aufzubessern.

Seit Jahren gibt es deshalb einen Zwist zwischen der streitbaren Terre-des-hommes-Vertreterin und dem KSV-Präsidium. „Wir haben nur noch die Hälfte des Erlöses, seit der KSV Baunatal uns zuvorkommt“, klagt die Baunatalerin. Vorher habe sie bis zu 4000 Euro erlöst. Sie ärgert sich darüber, dass die KSV-Börse schon nächstes Wochenende, 22. Februar, in der Max-Riegel-Halle startet. Die „Baunataler Bike Börse von Terre des hommes startet erst am 24. Mai im Parkhaus Stadtmitte (bei Rewe, 13 bis 15 Uhr). So früh wie der KSV könne sie nicht beginnen, weil es draußen noch zu kalt sei. Sie verstehe nicht, warum der KSV Baunatal ihr Konkurrenz machen müsse, sagt John. Dieser große Verein werde schließlich gesponsert und erhalte Zuschüsse vom Land Hessen. Sie kämpfe praktisch allein für arme Kinder in der Welt. Außerdem sei sie eher auf die Idee mit der Börse gekommen. „Können die sich nicht was anderes überlegen?“, fragt John.

Ursula Harms denkt überhaupt nicht daran. Die Präsidentin des KSV Baunatal reagiert ungehalten, wenn sie auf den Dauerzwist mit John angesprochen wird. Auch die KSV-Radsportler seien auf Einnahmen angewiesen. Mit den Mitgliedsbeiträgen allein lasse sich die Jugendarbeit nicht finanzieren. Außerdem habe John eine andere Kundschaft. Es stehe jedem frei, eine Börse zu organisieren, sagt Harms.

Der Grünen-Stadtverordnete Edmund Borschel hat nach eigenen Worten zuletzt 2013 vergeblich versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln. Der KSV habe leider den Vorschlag abgelehnt, eine gemeinsame Radbörse zu organisieren.

John hilft sich damit, dass sie nun „365 Tage im Jahr“ ihre Räder im Internet anbiete. Für ihre nächste Radbörse sucht sie noch dringend Helfer, sagt sie. Auch solche, die die Räder technisch überprüfen können. (pdi)

Kontakt, Verkauf und Annahme von Rädern: Uschka John, Tel. 0 56 65/70 93, uschka.john@t-online.de

Von Peter Dilling

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