Vorwurf: Rathaus nimmt Lohndumping hin – Durch Mitfahr-Apps droht weitere Verschärfung

Taxi-Probleme in Kassel: Linke für runden Tisch

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Harte Konkurrenten: Taxis und Minicars, hier im Archivbild zu sehen auf der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel

Kassel. Zum Dauerstreit zwischen Taxis und Minicars in Kassel soll die Stadt einen runden Tisch einrichten, fordert der Stadtverband der Partei „Die Linke“. Unter Federführung des Rathauses solle analysiert werden, warum es zunehmend zu Auseinandersetzungen kommt und wie die Lage zu entschärfen ist.

Auch die Behörden von Umlandgemeinden müssten mit an so einen runden Tisch, fordern die Linken. Die hohe Dichte an Autos, die in Kassel um Fahrgäste werben, führe zu einem extrem hohen Preisdruck, der letztendlich zulasten der Löhne und der Qualität gehe, heißt es in einer Pressemitteilung. Ein großer Teil des Fahrpersonals sei auch bei Vollzeitbeschäftigung auf staatliche Sozialleistungen angewiesen. In diesem Fall werde „Lohndumping unmittelbar vom Sozialleistungsträger, also der Stadt, subventioniert“.

Ein abgestimmtes Vorgehen ist aus Sicht umso wichtiger, da bereits weitere Konkurrenz auf den Straßen drohe. Mitfahr-Apps wie Uber und Wundercar drängten zunehmend auf den Markt. Es werde „nur eine Frage der Zeit sein, wann diese auch den attraktiven Markt in Kassel entdecken“ und die Lage weiter verschärfen.

Nur mit einem über die Stadtgrenzen hinaus abgestimmten Konzept lasse sich dieser Entwicklung im Kampf um Fahrgäste und Stellplätze begegnen, meinen die Linken. Als Ordnungsbehörde und als Sozialhilfeträger stehe die Stadt dabei „in einer besonderen Verantwortung“. (asz)

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