Neue Tarife gelten ab September

Taxi-Fahrgäste aufgepasst: Tarife werden in Kassel teurer

Taxifahren wird in Kassel ab September 2021 teurer. (Symbolbild)
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Taxifahren wird in Kassel ab September 2021 teurer. (Symbolbild)

Taxi-Fahrgäste in Kassel müssen sich auf höhere Fahrpreise einstellen: Mit Wirkung zum September werden die Fahrten durchschnittlich etwa 16 Prozent teurer.

Kassel - Eine Erhöhung der städtischen Taxitarife hat der Kasseler Magistrat beschlossen. Weil die 146 Taxis in Kassel Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind, muss die Stadt die Funktionsfähigkeit des Gewerbes sicherstellen und legt – anders als bei den privaten Minicars – auch die Fahrpreise fest. Zuletzt war das Tarifwerk Anfang 2015 angepasst worden. Seither seien Personal- und Betriebskosten der Taxiunternehmer durch höhere Spritkosten und Steigerungen beim Mindestlohn deutlich gestiegen, heißt es aus dem Taxigewerbe sowie von der Stadtverwaltung.

Beispielsweise kostet künftig die Fahrt vom Bahnhof Wilhelmshöhe bis zum Altmarkt etwa 17,50 statt bisher 14,50 Euro, wenn man insgesamt fünf Minuten Standzeit an Ampeln einkalkuliert. Das ist eine wesentliche Neuerung im neuen Tarif, dass verkehrsbedingte Wartezeiten von der ersten Sekunde an berechnet werden. Bisher zählt das Taxameter beim Warten erst weiter, wenn das Auto länger als zwei Minuten steht – was an Kassels Ampeln aber so gut wie nie vorkommt.

Kassel: Taxigewerbe hält Erhöhung der Taxi-Kosten für notwendig

Weitere Eckpunkte: Die Grundgebühr, mit der die Taxiuhr beim Start anspringt, steigt von 2 auf 4 Euro. Das ist aber nicht so happig, wie es zunächst klingt, denn jeder Fahrkilometer kostet ab September einheitlich 2,10 Euro. Bisher ist es so, dass der erste Kilometer mit 3,80 Euro überproportional teuer ist, danach sind es dann jeweils 1,80 Euro. Nach dem künftigen Tarif wird also der Preis für den ersten Kilometer im Taxi von 5,80 auf 6,10 Euro steigen. Tendenziell stärker schlägt die Erhöhung zu Buche, je weiter man fährt.

In Kassels Taxigewerbe wird die Tariferhöhung zwar einhellig als notwendig bezeichnet, aber dennoch unterschiedlich bewertet. Lothar Schneider, mit 24 Taxikonzessionen einer der größten Einzelunternehmer, sieht dadurch die Chance, mit besseren Einnahmen attraktivere Festgehälter zahlen zu können und dadurch dringend benötigte neue Fahrer zu gewinnen.

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Markus Semmelroth, Geschäftsführer der Taxi-Service-Zentrale 88111, spricht dagegen von einem ungünstigen Zeitpunkt für höhere Preise, da die Taxibetriebe derzeit noch stark mit dem Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie zu kämpfen hätten. Er befürchtet, dass nun noch mehr Kunden wegbleiben könnten. (Axel Schwarz)

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