Hausfrauenverband führt vor, wie sich die Hausarbeit mit der Zeit vereinfacht hat

Herbstausstellung: Hausfrauenverband führt den Wandel der Hausarbeit vor

+
Hausarbeit als Kraftakt: Während heute Waschmaschinen für saubere Wäsche sorgen, demonstriert Brigitte Thiel, Vorsitzende des Hausfrauenverbands Kassel, die Arbeit am Waschbrett. Rechts eine alte Wäschetrommel - mit Kurbel betrieben.

Kassel. Einen ganzen Tag fürs Waschen opfern – heute ist das für jüngere Generationen nahezu unvorstellbar. Stattdessen dreht sich die Wäsche in der Maschine, während nebenbei gearbeitet oder andere Hausarbeit erledigt wird.

Nach einer Stunde kann die Hausfrau oder der Hausmann die Sachen dann sauber aus der Trommel holen.

„Die Entwicklung der Technik hat eine unglaubliche Zeitersparnis gebracht“, sagt Brigitte Thiel, Vorsitzende des Hausfrauenverbands Kassel. Der Haushalt im Wandel der Zeit ist eines der Themen des Verbands in Halle 4 der Herbstausstellung. Technik hat zunehmend die Handarbeit ersetzt, wird an den Ausstellungsstücken sichtbar. Wo früher an Nähmaschine und Kaffeemühle Kurbeln waren, sind heute Stecker.

Einst musste am Waschtag erst aufwändig Wasser erhitzt, dann im Zuber die Wäsche mit Seife auf dem Brett geschrubbt und anschließend per Hand ausgewrungen werden. Aber auch heute ist längst nicht alles mit einem Knopfdruck getan. Selbst die modernste Waschmaschine ist nichts wert, wenn sie nicht richtig gepflegt wird, macht Brigitte Thiel deutlich. „Man muss die Technik schon zu bedienen wissen.“

Nur sauber wäscht sie rein

Wer etwa die Tür sofort verschließt, wenn noch Feuchtigkeit in der Maschine ist, brauche sich nicht wundern, wenn die Wäsche muffig rieche. „Immer nach dem Waschen offen stehen lassen“, rät die Haushaltsexpertin und betont: Auch eine Waschmaschine muss regelmäßig sauber gemacht werden, um die Wäsche einwandfrei reinigen zu können. „Öfter mal eine Maschine mit 95 Grad durchlaufen lassen“, empfiehlt Brigitte Thiel. Außerdem das Einsatzfach mit den Einspülkammern regelmäßig entfernen und mit Reinigungsmittel von Rückständen befreien. Dieser sogenannte Biofilm aus Mikroorganismen könne sich sonst auf die Wäsche legen.

Auch bei Spülmaschinen gilt die Devise: Nur wenn sie selbst gereinigt wird, kann sie einwandfrei reinigen. Und wer noch per Handarbeit spült, sollte sein Spültuch nicht zum Keimherd werden lassen und es regelmäßig heiß waschen.

Dass der Hausfrauenstand bei der Herbstausstellung gut ankommt, beweist die Schlange vor der Küche, in der täglich wechselnde Gerichte zubereitet werden.

 Aber ist das Konzept der Hausfrau im Jahr 2010 nicht vielleicht überholt? Keineswegs, entgegnet Brigitte Thiel. Heute bevorzugt der Verband allerdings die Bezeichnung Haushaltsführende. „Denn sie hat einen richtigen Betrieb zu führen, ist zugleich Köchin, Reinigungskraft, Gärtnerin, Erzieherin und Chauffeur für die Kinder.“ Die drei Ks – einst stellvertretend für Kinder, Küche, Kirche – hat der Hausfrauenverband daher umetikettiert in Kreativität, Kompetenz und Konfliktfähigkeit. (rud)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.