Im oberen Bereich von Park Schönfeld wurde das Wasser abgelassen – Langes Warten auf Austrocknung

Gefahr beim Betreten: Teich ist eine Schlammwüste

Gras wächst da, wo einst Wasser war: Vorsicht, der leere See im Park Schönfeld darf trotzdem nicht betreten werden. Unter der Oberfläche lauert eine tiefe Schlammschicht, in der man einsinken kann. Foto: Koch

Wehlheiden. Im oberen Teich im Park Schönfeld ist seit September vergangenen Jahres das Wasser abgelassen. Da, wo sich einst Wassertiere tummelten, wachsen heute Gräser und Kräuter auf dem Grund. Doch der Schein trügt. Was wie eine wilde Wiese aussieht, ist in Wirklichkeit eine Schlammwüste.

„Sie darf auf keinen Fall betreten werden“, sagt Detlef Wagner, beim Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB) für die Gewässerunterhaltung in der Stadt verantwortlich. Auch wenn die oberste Schicht trocken ist, befindet sich darunter eine mindestens ein Meter tiefe Schlammlage. Deshalb ist das 4858 Quadratmeter große Gewässer auch von einem hohen Zaun umgeben und mit entsprechenden Warnschildern versehen. Der vermeintlich trockene Teich darf nicht betreten werden.

Hintergrund: Vor einem halben Jahr wurde im „Teich Nummer drei“ im Park Schönfeld das Wasser abgelassen. Die vier Teiche dort sind von der Frankfurter Straße aus durchnummeriert. In regelmäßigen Abständen von 15 bis 20 Jahren werden sie geleert und von der Schlammschicht am Boden befreit. Die hat sich im Laufe der Zeit in Form von Sedimenten aus organischen Stoffen wie Blättern und Pflanzenteilen abgelagert.

„Würde man auf die Entschlammung verzichten, dann wäre der Teiche bald verschwunden und der Schönfelder Bach, der den Teich speist, sucht sich neue Wege“, sagt Wagner.

Geplant war, den getrockneten Schlamm - geschätzte 3000 Kubikmeter - im Frühjahr auszuheben und auf einer Deponie zu entsorgen. „Aber wir haben ein Problem“, sagt Wagner: Der Schlamm will einfach nicht trocknen. Dadurch sei es sehr schwierig, ihn zu transportieren. „Er würde vom Lastwagen schwappen“, sagt Wagner. Eine Drainage zu legen, wäre eine teurere Angelegenheit. Deshalb ist der KEB jetzt auf der Suche nach einem Transportunternehmen, das auch den leicht flüssigen Teichgrund transportieren kann.

Als Ursache dafür, dass der Schlamm trotz der intensiven Sonneneinstrahlung der vergangenen Tage nicht trocknet, vermutet Wagner eine Tonschicht, die den Teich in der Tiefe abdichtet.

Von Christina Hein

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