Kleinbetriebe sind Zielgruppe

Statt Brache Gewerbe: Teil des Bettenhäuser Güterbahnhofs wird vermarktet

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„Gewerbepark Söhre“: Auf einem ungenutzten 18 500-Quadratmeter-Areal direkt neben den Gleisanlagen will der Kasseler Baudienstleister Henning Ritter vor allem Flächen für kleinere und mittlere Gewerbebetriebe entwickeln.

Bettenhausen. Es tut sich was auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs in Bettenhausen. Ein Teil der Brachflächen wird jetzt für die Ansiedlung von kleinen und mittleren Gewerbebetrieben vermarktet.

„Wir sind gerade dabei, ein 18 500 Quadratmeter großes Areal für Vermietungen und Verkäufe zu bewerben“, sagt Henning Richter, Geschäftsführer des Kasseler Baudienstleisters ABEG. Das Areal habe bereits einen Namen: „Gewerbepark Söhre“.

Die Fläche, so groß wie zweieinhalb Fußballfelder, zieht sich wie ein Band parallel zur Leipziger Straße von der Söhrestraße in Ost-Richtung auf das sonst immer noch genutzte Bahngelände. Ritter, der den Bereich im Auftrag eines Immobilienkaufmanns entwickelt, möchte vor allem kleinteilig vermieten, zum Beispiel an Autohändler.

„Aber auch die Nachfrage nach kauf- und bebaubaren Parzellen etwa für Allein- oder Kleinunternehmer sei groß“, sagt Ritter. Auch diesen Wünschen könne entsprochen werden. Als einzige Gebäude weise die Fläche eine Halle mit Kranbahn sowie eine weitere Immobilie auf. Beide Objekte seien inzwischen renoviert. Nachteil aber: Ganz im östlichen Teil der Fläche gebe es noch Bodenkontaminationen. Hier werde aktuell ein Rechtsstreit darüber geführt, wer für die Beseitigung der Altlasten zuständig sei.

Mit der Vermarktung ehemaliger Bahnflächen setzt Ritter auf einen Trend in Kassel. „Flächen für Kleingewerbe sind Mangelware“, sagt er. So will er sich auch auf dem ehemaligen Unterstadtbahnhof zwischen Wolfhager Straße und Mombachstraße mit 50 000 Quadratmetern einkaufen. Ein Angebot hat er bereits an die Bahn-Tochter Aurelis als Noch-Eigentümerin gerichtet. Bekanntlich soll auch dieses 11,5 Hektar große Brachareal für kleinere Betriebe erschlossen werden.

Den Trend in Richtung Kleinteiligkeit bestätigt auch der Immobilienverband (IVD). „Hallen und Flächen von 100 bis 300 Quadratmeter werden im Raum Kassel dringend gesucht“, sagt IVD-Vorstandsvorsitzender Alexander Alter. Andreas Nordlohne von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg ergänzt: „Auch mittlere Firmen geraten in Nöte, wenn sie in Kassel 2000 bis 3000 Quadratmeter große Flächen suchen.“ Handwerkskammer-Sprecherin Barbara Scholz erklärt, dass zwar noch keine Firmengründung mangels Fläche gescheitert sei. Dennoch sei die Erschließung neuer Gewerbegebiete immer interessant.

Ortsvorsteher Enrico Schäfer begrüßt die jüngsten Entwicklungen an Bettenhausens Güterbahnhof. „Ich hoffe nur, dass sich nicht Gewerbe ansiedelt, das Flächen wie schon an der Sandershäuser und Leipziger Straße nur unzureichend nutzt.“ Denn das versuche man aktuell im Sinne der Entwicklung des Kasseler Ostens zu vermeiden.

Von Boris Naumann

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