In Teilen Nordhessens stammt Hälfte des Stroms aus erneuerbarer Energie

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Fast alles dreht sich um Windkraft: Die Energiewende in Nordhessen wird größtenteils von den riesigen Anlagen getragen, die inzwischen an zahlreichen Stellen in der Region errichtet wurden. Ihre Zahl soll in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Kassel. „Keine halben Sachen" - unter diesem Motto wird mit kaum zu übersehenden Plakaten in ganz Nordhessen für die Energiewende geworben.

Dahinter steckt der cdw-Stiftungsverbund, in dem die Stiftungen der drei SMA-Gründer Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer zusammengeschlossen sind. Ein Ziel der Stiftungen ist, die Energiewende in Nordhessen voranzutreiben.

Nach Zahlen des Stiftungsverbundes gibt es nicht nur Unterschiede zwischen den einzelnen Energieträgern, sondern auch zwischen den Kreisen. Seinen Spitzenplatz hat danach Waldeck-Frankenberg verteidigt, wo der verbrauchte Strom bereits zu mehr als der Hälfte (51 Prozent) aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Es folgen die Kreise Kassel (50 Prozent), Schwalm-Eder (41 Prozent), Hersfeld-Rotenburg (38 Prozent) und Werra-Meißner (27 Prozent).

Ausschlaggebend für das teils deutliche Wachstum innerhalb des vergangenen Jahres ist der Ausbau der Windkraft, sagte Volker Wasgindt, Geschäftsführer des cdw-Stiftungsverbundes. Das ist auch der Grund dafür, dass in der Stadt Kassel nur zehn Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energieträgern kommt. Doch der Anteil ist von 2013 auf 2014 fast verdoppelt worden, weil die Energie aus dem Windpark Söhre in das Netz der Stadt Kassel eingespeist wird. Wasgindt warnt davor, Regionen direkt zu vergleichen, weil die Gegebenheiten zu unterschiedlich seien.

Potenzial habe die Stadt durch Möglichkeiten, die Photovoltaik auszubauen, sagte Wasgindt.

Nur knapp 1000 Dächer würden derzeit für die Produktion von Sonnenenergie genutzt. Laut Solarkataster der Stadt Kassel wären aber 30.000 Dächer geeignet. Mit der Kampagne „Keine halben Sachen“ will der cdw-Stiftungsverbund auch in diesem Bereich weiter Druck für die Energiewende machen. So kann man sich im Internet auf www.100prozentnordhessen.de jetzt Vorlagen für Briefe herunterladen, in denen man zum Beispiel seinen Vermieter auffordern kann in eine solche Anlage zu investieren. Vorlagen gibt es aber auch, um Druck auf Bürgermeister, Abgeordnete und andere Politiker zu machen.

Das sei auch nötig, weil die regionale Politik nach Wasgindts Meinung „zu still“ beim Thema Energiewende ist. In den einzelnen Kreisen werde zu wenig informiert, motiviert und ermutigt voranzugehen. Denn auch wenn häufig das Gegenteil behauptet wird, würden sich Investitionen nach wie vor lohnen.

Erneuerbare Energien seien nicht nur ökologisch wichtig, sondern inzwischen auch ein Wirtschaftsfaktor. 15.000 Arbeitsplätze hingen in der Region daran. Das Ziel, auf 33.000 zu kommen, hält Wasgindt durchaus für realistisch.

www.energiewende-nordhessen.com

www.100prozentnordhessen.jetzt

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