Noch in vielen Bereichen benachteiligt

Teilnehmer des HIV-Selbsthilfe-Kongresses der Deutschen AIDS-Hilfe demonstrieren

Selbstbewusst positiv: Etwa 150 Teilnehmer der HIV-Selbsthilfe-Konferenz demonstrierten gegen Ausgrenzung und Benachteiligung. Foto:  Fischer

Kassel. Etwa 150 Teilnehmer der HIV-Selbsthilfe-Konferenz „Positive Begegnungen“ der Deutschen AIDS-Hilfe  nutzten die Parade zum Christopher Street Day  am Samstag, um auf die Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen mit HIV aufmerksam zu machen.

An dem größten HIV-Selbsthilfe-Kongress Europas unter dem Motto „Wir machen uns stark! Und du?“ nahmen im Kulturbahnhof Kassel insgesamt etwa 400 Menschen teil.

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Laut Holger Wicht, Pressesprecher der Deutschen Aids-Hilfe, haben Menschen mit HIV heute noch immer in allen Lebensbereichen mit Diskriminierung zu kämpfen. Aids sei heute eine gut behandelbare Krankheit, die nicht mehr zwangsläufig zum Tod führe. „Menschen mit HIV können ein ganz normales Leben führen, wenn man sie lässt“, sagt Wicht. Aids sei heutzutage ein Thema des Lebens, nicht mehr des Todes. In den Köpfen vieler Menschen sei das allerdings noch nicht angekommen. Und so würden Menschen mit HIV in unserer Gesellschaft immer wieder Steine in den Weg gelegt, auch im Berufsleben. Wicht: „Das führt oft dazu, dass viele Menschen. Mit HIV aus Angst vor Diskriminierung die Krankheit verschweigen.“ Deshalb sei es wichtig, gerade bei Veranstaltungen wie dem CSD das Thema in die Öffentlichkeit zu transportieren.“ Auch für Andrea Görmer von der AIDS-Hilfe Kassel liegt das Problem vor allem im Umgang mit HIV-positiven Menschen durch die Gesellschaft. „Gut behandelt ist die Krankheit heute nicht mal mehr ansteckend, mit HIV kann man alt werden“, sagt sie.

Dennoch berichtet auch sie von Diskriminierung im täglichen Leben, sei es, dass medizinische Behandlungen etwa beim Zahnarzt abgelehnt oder die Menschen im Beruf benachteiligt würden. Dadurch, dass Menschen mit HIV heute ein normales Lebensalter erreichen, sieht Görmer in der Versorgung und Pflege von alten Menschen mit HIV eine große Herausforderung.

„Wir bieten beispielsweise Schulungen diesbezüglich für Alten- und Pflegeheime an, obwohl die Pflege von Menschen mit HIV eigentlich selbstverständlich sein sollte“, sagt sie. Die Zahl der Menschen mit HIV werde künftig steigen, nicht, weil die Diagnosen zunähmen, sondern weil die Menschen ein normales Lebensalter erreichten. Leider würden diese Menschen aber sehr häufig immer noch auf die Infektion reduziert. (pmk)

Bilder des CSD in Kassel

Christopher Street Day 2014 in Kassel

Weitere Informationen: 

www.kassel.aidshilfe.de

www.aidshilfe.de

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