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Tempo-30-Schild an der Kohlenstraße in Kassel wird weiter kritisiert – schon 1500 Fahrzeuge geblitzt

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Ralf Giebing an der Kohlenstraße in Kassel vor dem Tempo-30-Schild.
„Das ist eine Falle“: Ralf Giebing, der früher selbst beim Ordnungsamt gearbeitet hat, beschwert sich über die schlechte Beschilderung an der Kohlenstraße. © Ulrike Pflüger-Scherb

Dass auf einem Abschnitt der Kohlenstraße in Kassel weiterhin Tempo 30 gilt, sorgt weiter für Unmut.

Wehlheiden – Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand hat Ralf Giebing (79) beim Kasseler Ordnungsamt gearbeitet. Er selbst musste Knöllchen an Autofahrer verteilen, weil diese entweder falsch geparkt haben oder zu schnell gefahren sind. Am 2. Februar wurde Giebing selbst geblitzt, auf der neuen Tempo-30-Zone auf der Kohlenstraße in Wehlheiden. Die ist dort wegen der Kita „Kleiner Stromer“ eingerichtet worden.

Nachdem die HNA Anfang dieser Woche über einen anderen Autofahrer berichtet hatte, der dort ebenfalls geblitzt worden war und sich über die in seinen Augen schlechte Beschilderung beschwert hatte, haben sich mehrere Leser bei der Redaktion gemeldet, denen das auch passiert ist. So auch Ralf Giebing.

Der ehemalige Mitarbeiter des Ordnungsamts sagt, dass das Schild mit „Tempo 30“ nur schlecht für Autofahrer zu erkennen sei, vor allem bei „diesigem Wetter“. Er vertritt die Ansicht, dass dort ein weiteres Schild angebracht werden sollte, das auf die Kita aufmerksam macht. Er habe Verständnis dafür, dass man vor Schulen und Kitas langsamer fahren müsse, sagt Giebing.

Er selbst habe Enkel und Urenkel. Aber an dieser Stelle empfinde er das Tempo-30-Schild „wie eine Falle“. Ein anderer Leser spricht von „moderner Wegelagerei“. Wenn es der Stadt Kassel wirklich nur um den Schutz der Kinder gehe, dann würde es ausreichend andere und wirkungsvollere Maßnahmen geben, zum Beispiel ein „Smiley“ mit 30 und dem Hinweis „Kindergarten“.

Die Stadt weist erneut die Kritik der Autofahrer zurück. „Grundsätzlich sollte eine Beschilderung im Straßenverkehr sparsam erfolgen. Eine Erläuterung des Regelungsgrunds der Geschwindigkeitsbegrenzung trägt nicht zur verbesserten Sichtbarkeit des Tempo 30-Schilds bei“, so Stadtsprecher Michael Schwab. Die Benennung des Regelungsgrunds sei möglich, verändere aber nichts an der Pflicht zur Einhaltung der geltenden Regeln.

Wie oft hat die Stadt schon seit Anbringung des Schilds am 4. Januar geblitzt? An mehreren Tagen, so der Stadtsprecher. Insgesamt hätten 7538 Fahrzeuge die Messstelle passiert, 1507 seien geblitzt worden. Eine Auswertung der Messvorgänge liege aber noch nicht vor.

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