Ortsbeirat sieht Gefahr durch 50 km/h an der Schulbushaltestelle Emmauskirche

Tempo 30 soll wieder her

brasselsberg. Maximal 30 Kilometer pro Stunde schnell sollen Autos in der Straße Bilsteiner Born zwischen der Konrad-Adenauer-Straße und der Nordshäuser Straße auch in Zukunft nur sein dürfen - dies verlangt der Ortsbeirat Brasselsberg mit einem Beschluss. Der Beirat kritisiert, dass die Stadt für diesen Bereich das Tempolimit aufgehoben hat und die Autofahrer hier nun mit 50 km/h unterwegs sein dürfen.

Hintergrund dafür, dass derzeit an verschiedenen Standorten in Kassel Tempo-30-Schilder abgebaut und entsprechende Piktogramme von der Straße gefräst werden, ist die mögliche Rechtswidrigkeit der Geschwindigkeitsbeschränkungen, hatte die Stadt den Beirat wissen lassen. Das Hessische Verkehrsministerium habe nach einer Neufassung der Straßenverkehrsordnung eine entsprechende Überprüfung angeordnet.

All dies überzeugt den Ortsbeirat Brasselsberg nicht. Im Gegenteil: Er macht gegen die Abschaffung von Tempo 30 mobil, nennt Sicherheitsbedenken vor allem in Bezug auf die Kinder. An der Nordshäuser Straße vor der Emmauskirche hält nämlich nicht nur die Buslinie 12, sondern auch der Schulbus. Wenn Autos dort 50 km/h fahren, seien die Kinder mehr gefährdet als es jetzt schon bei Tempo 30 der Fall sei, warnte der Beirat. Kinder müssten aufgrund ihres naturgemäß unberechenbaren Verhaltens im Straßenverkehr besonders geschützt werden, verlangen die Politiker.

Die Schulbushaltestelle sei mit den Kita-Standorten vergleichbar, vor deren Eingängen es die Stadt ja bei Tempo 30 belassen habe, argumentiert das Gremium.

Zusätzliche Gefahr für Passanten durch den Wegfall von Tempo 30 sieht der Ortsbeirat auch am Fußgängerüberweg im Bilsteiner Born. Hier müsse die Sicherheit sowohl der Jüngsten als auch der Senioren mit Gehhilfen und der behinderten Menschen absolute Priorität haben, so die Forderung.

Gefahr für Fußgänger

Verschärfend komme hinzu, dass der Bilsteiner Born dort und in anderen Teilen gerade mal fünf Meter breit sei, sodass Lastwagen und Busse immer wieder auf den Bürgersteig ausweichen und Fußgänger gefährden, mahnt der Ortsbeirat.

Außerdem bemängelt er, dass er als Stadtteilgremium mit den besten Ortskenntnissen bei der Entscheidung zur Aufhebung des Tempo-Limits nicht gehört, stattdessen vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei. „Erst entscheiden und uns dann diskutieren lassen, das ist der falsche Weg“, kritisierte Ortsvorsteher Bodo Nordmeier (CDU).

Von Sabine Oschmann

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