Digitale Geschwindigkeitsanzeigen verweigern ihren Dienst - Stadt: Sonne fehlt

Kassel: Tempo-Tafeln bleiben seit Wochen dunkel

Nichts leuchtet mehr: Auch die Geschwindigkeitsanzeige an der Frankfurter Straße bleibt in diesen Tagen dunkel. Foto: Koch

Kassel. Sie sollen Autofahrer dazu animieren, den Fuß vom Gas zu nehmen: Doch die Dialog-Displays, die mit dem rot blinkenden Hinweis „Langsam!“ vor zu schnellem Fahren warnen und das korrekte Tempo mit einem „Danke“ in grüner Leuchtschrift quittieren, bleiben seit Wochen in Kassel dunkel.

Grund ist nach Auskunft von Gunnar Polzin, Leiter des Straßenverkehr- und Tiefbauamtes, der meist graue Himmel. Die Anzeigetafeln arbeiten mit Solartechnik, die auf entsprechende Sonneneinstrahlung angewiesen sei.

Lediglich die Anzeigetafel an der Altenbaunaer Straße, die vom Ortsbeirat Oberzwehren finanziert wurde, scheint in diesen Tagen noch zu funktionieren. Die Stadt hat vier dieser digitalen Anlagen im Wert von je 3300 Euro angeschafft. Sie werden alle zwei Monate umgestellt, um an möglichst vielen Orten auf das Verhalten der Autofahrer einzuwirken. Laut Bauhofleiter Jürgen Strohwald stehen die mobilen Anlagen zurzeit an der Kölnischen Straße, der Konrad-Adenauer-Straße, der Philippistraße und der Kurt-Wolters-Straße.

Zwei weitere Anlagen an der Frankfurter Straße in der Südstadt hat Lebensmittelhändler Robert Aschoff finanziert. Auch sie versagen in diesen Tagen ihren Dienst. „Das ist halt bei dieser Wetterlage schwierig“, sagt Aschoff. „An einem schönen klaren Tag funktionieren sie wieder. Wir hoffen auf schönes Wetter.“ Im städtischen Bauhof geht man ebenfalls davon aus, dass die Geräte nicht genügend Sonne bekommen. Mit der Lieferfirma habe man eigentlich gute Erfahrungen gemacht, sagt Bauhofchef Strohwald. Bevor die Dialog-Displays angeschafft wurden, habe man bereits eine Anlage über längere Zeit in Betrieb gehabt. „Das hat gut funktioniert.“

Allerdings sei es schwierig, Standorte in der Stadt zu finden, die durchgängig von der Sonne beschienen werden. „Und zurzeit sind die Tage relativ kurz.“ Beim Standortwechsel alle zwei Monate würden die Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert. Ansonsten sei man auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Zur Unterstützung der Solartechnik würden die Bauhofmitarbeiter die Batterien in den Wintermonaten auch hin und wieder aufladen, erklärt Strohwald. Sollten die Dialog-Displays auf Dauer nicht funktionieren, werde die Stadt die Garantieansprüche bei der Lieferfirma geltend machen und die Anlagen überprüfen lassen. (els)

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